Heiko Senking: Sportverein will ältere Menschen aus der sozialen Isolation holen

Turn- und Sportverein Ebstorf: 150 Jahre und kein bisschen müde

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Die Abteilungen des Turn- und Sportvereins Ebstorf lockerten den Kommers am Sonnabend auf. Sogar die Kleinsten durften zeigen, dass sie talentierte Nachwuchssportler sind.

Ebstorf. Rührende Szenen am Ende des Kommers anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des Turn- und Sportvereins Ebstorf: „So, ich habe fertig.

Und sage ein letztes Mal: Feierabend!“ Mit diesen Worten schloss der Ehrenvorsitzende Klaus Hartje, der über 32 Jahre die Geschicke des TuS leitete, seine kurze Ansprache und erntete dafür Standing Ovations – und auch manch’ eine Abschiedsträne. Rund 230 Gäste waren am Sonnabendvormittag ins Schützenhaus gekommen, um gemeinsam in die Vergangenheit zu schauen, aber auch um einen Blick in die Zukunft des heute fast 1300 Mitglieder starken Vereins zu wagen.

Hartjes Nachfolger Heiko Senking, mittlerweile seit zwei Jahren im Amt, versprach die Traditionen zu wahren, sich aber auch mit vielen neuen Angeboten für die junge und die Generation „50 plus“ den Herausforderungen des demografischen Wandels zu stellen: „Wir müssen versuchen, insbesondere die alleinstehenden Älteren aus ihrer sozialen Isolation zu holen“, sagte Senking und wies auf die neuen Sparten wie Tanzen und Wandern und den geplanten Mehrgenerationen-Sportpark hin. Dabei beschwor der selbst über fünfzigjährige Justizbeamte, für den die Übungsleiter und Trainer „die Seele des Vereins“ darstellen, Werte wie Ehre, Treue und Zusammenhalt, die für ihn Vereine jeder Couleur ausmachen: „Das war früher so, das ist heute so, und das bleibt so!“

Zu den zahlreichen Gratulanten aus Sport, Politik und Wirtschaft gehörte neben Ebstorfs Bürgermeister Uwe Beecken, der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und dem Wirtschaftsgemeinschafts-Vorsitzenden Erhard Peters unter anderem auch Gabriele Wach, Vizepräsidentin des Landessportbundes Niedersachsen, die den TuS nicht nur als „fortschrittlichen, sondern auch beispielgebenden Verein“ lobte, weil er sich als besonders sozial zeige, was maßgeblich für die Einwohner der Gemeinde sei.

Für die Statistik und damit auch für eine vorsichtige Entwarnung für den TuS sorgte Mario Miklis, Vorsitzender des Kreissportbundes Uelzen, der beim viertgrößten Verein im Landkreis seit 2010 nur einen vierprozentigen Mitgliederrückgang verzeichnete, während der Schwund im Kreisdurchschnitt 12 Prozent betrage. Den Grund sieht Mario Miklis im wachsenden Sportangebot außerhalb der Vereine, ins- besondere durch Fitnessstudios.

Aufgelockert wurde der kurzweilige Kommers vom Sinfonischen Blasorchester TBO Ebstorf, das die Gäste mit seinen originellen Interpretationen bekannter Welthits wie „Footballs Coming Home“ begeisterte, und durch Vorführungen der TuS-Turn- und Tanzsparten. Wobei die von Irmtraut Meyer betreute Kinderturngruppe fröhlich die Losung für die Zukunft intonierte: „Ich bin klasse, so wie ich bin. Ja, ich schaff’ das, das krieg’ ich hin.“

Von Marcus Kieppe

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