Tafelfreie Zone in Ebstorf

Ebstorf. Ein Klick und los geht‘s – so startet derzeit so manche Unterrichtsstunde in der Gervasius-Realschule in Ebstorf. Denn zumindest drei Fachräume hat die Lehrerschaft nun zur „tafelfreien Zone“ erklärt. Statt Kreide und grünem Schreibbrett werden Gedanken nun per Whiteboard festgehalten – ganz modern und zudem praktisch.

„Das wischt mir keiner der Kollegen einfach ab“, sagt Lehrer Arne Paulsen und nennt damit nur einen Vorteil der neuen weißen Tafeln. Denn dank Whiteboard drückt der Pädagoge einfach kurz die Speichertaste und schon sind die Ergebnisse der Unterrichtseinheit gesichert und können zur nächsten Stunde wieder abgerufen werden. Doch das Whiteboard hat mehr drauf, als bloße Datenspeicherung: Denn es handelt sich nicht etwa nur um eine weiße Fläche, auf der ähnlich wie auf einer Tafel geschrieben werden kann. Die elektronische Tafel ist mit einem Computer verbunden: Grafiken, Schriftsätze aber auch Bilder oder Filmausschnitte, die auf dem PC erstellt beziehungsweise zusammengestellt worden sind, werden per Beamer an das Whiteboard geworfen und dort wie an einer großen Leinwand abgespielt.

Der Lehrer spart so mehrere Arbeitsgänge, weil statt Projektor, DVD-Rekorder, CD-Spieler und Tafel nur noch das Whiteboard zum Einsatz kommt. Eine Konzentration, die für beide Seiten Vorteile bringt: „Alles liegt in einer Hand, was den Unterricht wesentlich runder macht“, erklärt der Lehrer, „außerdem entstehen weniger Pausen, in denen die Konzentration der Schüler nachlassen könnte – etwa weil ich gerade die Steckdose suche oder die Lampe vom Projektor nicht funktioniert.“

Außerdem ist der Unterricht besser planbar: „ Tafelbilder, die ich mir sonst nur als Kladde mit in den Unterricht nehme, um sie dann möglichst übersichtlich auf die Tafel zu übertragen, kann ich nun fertig ausgearbeitet und mit entsprechenden Lücken mitbringen“, sagt Paulsen. Diese Freistellen können dann mit einem speziellen Stift ausgefüllt werden – die handschriftlichen Notizen werden dann bei einer Datenspeicherung ebenfalls festgehalten. Alle diese Daten könnten den Schülern auch elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Bisher halten sich die Lehrkräfte jedoch mit der Weitergabe zurück – nur vereinzelt werden Daten auf die Homepage der Schule gestellt. Paulsen: „Das Whiteboard soll nicht das Abschreiben ersetzen. Damit ginge ein wichtiger Verarbeitungsprozess verloren.“

Auf die Software zum Erstellen der Unterrichtseinheiten kann jeder Lehrer von zu Hause aus zugreifen. Für den Moment nimmt die Vorbereitung von Whiteboard-Stunden mehr Zeit in Anspruch, als die konventioneller. Paulsen: „Auf Dauer bedeutet das Whiteboard aber eine Arbeitserleichterung, jede geplante Unterrichtstunde kann mehrmals verwendet werden.“

Und auch die Schüler wissen das neue Medium und seine Möglichkeiten zu schätzen – zumindest in den ersten Stunden schnellten die Finger bei der Aussicht, auf die neue Tafel schreiben zu dürfen, in die Höhe. „Anfangs war es total ungewohnt, das Whiteboard zu bedienen. Inzwischen macht es aber echt Spaß“, sagt Viola Zimmermann (14). Und auch ihre Sitznachbarin Joana Nadine Pedrosa Ventura (15) ist begeistert: „Das ist viel besser, als der normale Unterricht. Wir Schüler können da viel mehr machen.“

Finanziert wurden die Whiteboards aus Mitteln des Konjunkturpakets II. Die Möglichkeiten dieser ersten drei Whiteboards können Viertklässler und deren Eltern am kommenden Dienstag, 27. April, ab 11.30 Uhr selber in Augenschein nehmen. Denn dann startet im Foyer der Realschule ein Informationstag für „Schulwechsler“.

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