Stadorfer Landwirt will bauen / Rat fordert strenge Auflagen

Stall für 39 850 Hühner

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Stadorf. Am Rand des Ortes Stadorf bei Melzingen könnten zwei Hähnchenmastanlagen für jeweils 39 850 Tiere entstehen. Einen entsprechenden Antrag hat Landwirt Karsten Schulz bereits beim Landkreis eingereicht. Der Gemeinderat Schwienau fordert nun zusätzlich strenge Auflagen – unter anderem zu Filteranlagen, Brandschutz sowie Kotausbringung und -lagerung.

Bereits seit einem Jahr planen Karsten Schulz und seine Familie die Erweiterung ihres Betriebes. Sehr früh nahmen die Landwirte dabei ihre Nachbarn und die Einwohner der Gemeinde Schwienau mit ins Boot – wobei zunächst nur von einem Stall für 39 850 Tiere die Rede war. Inzwischen liegt ein Bauantrag für zwei Mastanlagen dieser Größe beim Landkreis Uelzen auf dem Tisch, der das Vorhaben genehmigen muss. „Wir beantragen zwei Ställe, bauen aber erstmal nur einen. Wir wollen uns nur die Option offen halten, falls es gut läuft“, stellte Schulz klar. Diese Verdoppelung des Mastplatzes verwunderte Zuhörer wie Politiker im vollen Feuerwehrgerätehaus. „Der Bauvoranfrage haben wir letztes Jahr zugestimmt. Damals sind wir davon ausgegangen, dass es ein Stall wird“, erklärte Bürgermeister Gustav Müller. „Wir fordern die beste Technik, damit das Dorf nicht belastet wird.“ Anwohner befürchten eine erhebliche Geruchs- und Keimbelastung. Denn der Wind komme meistens aus Süd bis Südwest – also direkt vom Stall nach Stadorf. „In Melzingen ist ein Ortsteil schon stark durch Emissionen belastet. Das reicht für die ganze Gemeinde“, mahnte ein Zuhörer. Die meisten Zuhörer stellten aber nicht das Bauvorhaben an sich in Frage. Der Standort an der Stadorfer Silberkuhle – rund 500 Meter von Stadorf und etwa 750 Meter von Linden entfernt – stinkt ihnen. „Wir hatten andere Standorte im Blick. Aber das war der einzige, der aus Behördensicht geht“, erklärt Schulz. „Am liebsten würden wir bei der Kläranlage bauen. Da stört es niemanden.“ Dieser Standort wird aber nicht genehmigt – unter anderem, weil ein Schweinestall in der Nähe ist. Schulz: „Die Keime der Hühner und Schweine vertragen sich nicht.“

Von Wiebke Brütt

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