Leerstände, Eröffnungen und neue Nutzungskonzepte – ein Rundgang durch den Klosterflecken

Das tut sich bei Ebstorfs Wirtschaft

Ein Projekt der EWG: Den Platz vor dem Rathaus würde Erhard Peters gerne in einen Parkplatz umwandeln. Foto: Wendlandt

Ebstorf. „Hier passiert 365 Tage im Jahr gar nichts“, sagt Erhard Peters und deutet auf den Platz vor dem Ebstorfer Rathaus. Einige leere Fahrradständer und die traditionellen Schweine-Figuren stehen auf der grau gepflasterten Fläche – mehr nicht.

Und genau das möchte der Vorsitzende der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) ändern. „Man hat sich für den Winkelplatz als Veranstaltungsort entschieden, der Platz vor dem Rathaus wird nicht genutzt. “ Wenn es nach ihm ginge, würde die Fläche an der Hauptstraße zu einem Parkplatz umfunktioniert werden. Denn Parkraum gebe es im Ortskern ohnehin zu wenig. Peters: „Überall sind einzelne Parkbuchten, in die sich Fremde und vor allem Senioren aber nicht hineintrauen, weil sie zu klein und zu unübersichtlich sind. “ Ein Stellplatz am Rathaus wäre für den EWG-Vorsitzenden aus mehrfacher Hinsicht reizvoll: Kunden könnten direkt im Zentrum parken und Besucher des Klosters würden nicht nur das historische Gebäude bestaunen, sondern auf dem Weg zu ihrem Pkw durch den Ort spazieren.

Grundsätzlich gelte es, mehr Kunden direkt in den Ortskern zu ziehen. „Wir müssen über die Grenzen Ebstorfs hinaus bekannt machen, dass es hier gute Fachgeschäfte gibt“, ruft Peters ein langfristiges Ziel aus. Damit der Ortskern jedoch für Einwohner und Besucher des Klosterfleckens interssant wird, müsse sich nicht nur die Stellplatzsituation ändern. Manches Schaufenster ist leer – ein Problem, das nach Peters nicht nur im Ortskern, sondern auch im Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Uelzen, sein unschönes Gesicht zeigt. „Auch oben bei den Discountern haben wir 25 Prozent Leerstand“, sagt der Geschäftsmann.

Ein Blick im Detail:

• Ebstorfer Hauptstraße: Das ehemalige Lebensmittelgeschäft Ecke Hauptstraße/Molkereistraße steht leer. Die Beurteilung vom EWG-Vorsitzenden: „Da werden wir nicht mehr erreichen. Das ist nicht mehr zu gebrauchen.“ Die Gastronomie an der Hauptstraße würde gut angenommen, ein neues PC-Fachgeschäft bereitet sich auf die Eröffnung vor. Die ehemalige Reinigung steht leer – und das Gebäude wird nach Meinung von Peters auch nicht so schnell einen neuen Laden beherbergen: „Das entspricht einfach nicht mehr dem heutigen Standard.“ Ein Sorgenkind des EWG-Vorsitzenden ist die Volksbank-Filiale an der Hauptstraße. Die Volksbank baut in der Georg-Marwede-Straße am Ortsrand neu, für das Gebäude in der Hauptstraße wird noch eine neue Verwendung gesucht (die AZ berichtete). Peters: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Gemeinde oder der Kreis das Gebäude als Weiterbildungsstätte nutzt, vielleicht für die Volkshochschule.“

• Lüneburger Straße: Die Straße direkt am Winkelplatz zeichnet sich durch historische Gebäude und kleine Fachhändler aus – allerdings nicht durch abgesprochene Öffnungszeiten. „Hier macht jeder, was er will“, sagt Peters. „Durch unsere Blumenkübel-Aktion haben wir aber ein Wir-Gefühl geschaffen, das hoffentlich weiter Früchte trägt.“ Blumenkästen vor den Läden wirken einladend – jeder Kübel wird von einem Geschäftsinhaber versorgt. Einige der Häuser – wie das Gasthaus Lüllau und das Café am Kloster – haben bereits ihre Frischekur erhalten, andere sollen ihrem Vorbild folgen. Die Optik der Lüneburger Straße ist unter anderem Thema der „Ebstorfer Elf“. „Wir hoffen, dass wir die Läden, die leer stehen, auch noch besetzt bekommen.“ Er betont jedoch, dass die leer stehenden Gebäude nicht nur optisch, sondern auch strukturell alles andere als optimal seien. Säulen durchziehen beispielsweise den Verkaufsraum eines Geschäftshauses am Ende der Lüneburger Straße, dort wo sie auf die Hauptstraße trifft. Gegenüber hofft Peters auf ein Kleinkunst-Zentrum in der Lüneburger Straße: Ein Maler stellt dort bereits aus, ein Geschäft bietet künstlerisches Allerlei und am Kirchplatz wird ein Goldschmied eröffnen.

Von Wiebke Brütt

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