Ärger um geplantes Tierschutz-Open-Air in Ebstorf

Senking stellt Strafanzeige

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Das Tierschutz-Open-Air im vergangenen Jahr war gut besucht – bei der für den 18. September geplanten Neuauflage gibt es bereits im Vorfeld Ärger.

az Ebstorf. Die Premiere im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg: Das erste Tierschutz-Open-Air in Ebstorf sah nicht nur zahlreiche Aussteller, sondern auch viele Besucher. Am Sonntag, 18. September, soll es nun eine Neuauflage des Events auf dem Winkelplatz geben.

Allerdings gibt es im Vorfeld der Veranstaltung schon jetzt jede Menge Ärger, sodass Ebstorfs stellvertretender Bürgermeister Heiko Senking und die Organisatorinnen Monika Kielmann und Bea Müller Strafanzeigen gestellt haben.

Was war geschehen? „Es wird in Ebstorf das Gerücht verbreitet, ich hätte eine rechtsradikale Band für das Tierschutz-Open-Air verpflichtet und erst nach massivem Druck aus dem Internet davon abgesehen“, schildert Heiko Senking gegenüber der AZ. In die Welt gesetzt wurden die Behauptungen von zwei in der Deckung der Anonymität des Internets agierenden Organisationen. Sie werfen einer Band, die schon beim ersten Tierschutz-Open-Air in Ebstorf gespielt hatte, unter anderem die Verbreitung rechtsradikaler Inhalte und Holocaustleugnung vor. Und die Organisatoren würden sich hinter die Band stellen.

„Das entbehrt jeglicher Grundlage“, betont Heiko Senking, der mit der Organisation des Open Airs obendrein gar nichts zu tun hat. Zwar sei er ehrenamtlicher Veranstaltungskoordinator im Klosterflecken, doch das Tierschutz-Event „wird weder von mir noch von meiner Frau begleitet und schon gar nicht organisiert“. Senking, selbst beruflich in der Justiz tätig und daher einer besonderen Kontrolle unterlegen, für den derlei Gerüchte auch berufliche Konsequenzen nach sich ziehen könnten, hat Anzeige gegen unbekannt wegen übler Nachrede gestellt.

Auch die tatsächlichen Organisatorinnen des Events, Monika Kielmann und Bea Müller, werden Strafanzeige stellen, wie sie im AZ-Gespräch ankündigen. „Wir lassen uns das nicht bieten“, sagt Kielmann, die in Gerdau ein Therapiezentrum für Tiere betreibt. Nicht nur, weil sie einen guten Ruf zu verlieren hätten, sondern weil man sich einer solchen „Hetzkampagne“ schlichtweg nicht beugen wolle.

„Wir werden dieses Open Air durchziehen“, kündigt Monika Kielmann an. Allerdings seien Sponsoren und Aussteller der letztjährigen Veranstaltung von einer der dubiosen Organisationen angeschrieben worden – mit dem Hinweis auf die angeblichen rechtsradikalen Inhalte besagter Band. „Etliche Teilnehmer sind nun abgesprungen, aber die Sponsoren sind glücklicherweise geblieben“, sagt Monika Kielmann. Aber auch die Band werde nun nicht bei der Veranstaltung auftreten, sie habe sich unter dem öffentlichen Druck inzwischen aufgelöst. Monika Kielmann: „Wir spielen jetzt Musik aus der Dose.“

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