Neue Wege fürs Waldemar: Ebstorfer Wählergemeinschaften stellen Antrag mit Sparmaßnahmen

Senking setzt auf Hallenbad

+
Umstrukturierung beim Waldemar? Die unabhängigen Wählergemeinschaften Ebstorf schlagen eine Erweiterung der Hallenbadsaison und kürzere Freibadöffnungszeiten vor.

Ebstorf. Eine verkürzte Saison für das Freibad, dafür längere Öffnungszeiten im Hallenbadbereich – so möchten die unabhängigen Wählergemeinschaften UWG-Ebstorf und FBE (Freie Bürgerliste Ebstorf) des Klosterfleckens das Defizit des Ebstorfer Schwimmbads Waldemar senken.

Konkret heißt das: Das Freibad soll 2014 nur noch von Anfang oder Mitte Juli bis Ende August zur Verfügung stehen. Den Rest des Jahres lädt das Hallenbad zum Schwimmen ein. Bisher war das Hallenbad während der Freibadöffnung – also etwa von Mai bis Ende September – geschlossen. Einen entsprechenden Antrag haben die Wählergemeinschaften bei der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf eingereicht.

Bereits im vergangenen Jahr haben Sparpläne für das Ebstorfer Waldemar und das Bad Bevenser Rosenbad – also die Bäder, die sich in Samtgemeindehand befinden – für Zündstoff gesorgt. Angesichts eines jährlichen Defizits von rund 800 000 Euro für beide Einrichtungen, wobei mehr als 500 000 Euro davon auf das Waldemar entfallen, forderten die Wählergemeinschaften die Entwicklung eines Bäderkonzepts, mit dem beide Schwimmbäder neu aufgestellt werden sollten. Statt umfangreicher Reformen einschließlich verkürzter Saison und reduzierter Badfläche – auch das war im Gespräch – folgten Einzelmaßnahmen in abgespeckter Form: Preise wurden erhöht und teils in neue Modelle gegossen, Öffnungszeiten verkürzt und die Gegebenheiten beider Bäder vereinheitlicht. Maßnahmen, die UWG und FBE nicht weit genug gehen. „Es ist genau das falsche Signal, wenn immer wieder Rücksicht auf kleine Lobbygruppen genommen wird, die das Ganze konterkarieren“, findet Gruppensprecher Heiko Senking (UWG) klare Worte für einen Prozess, der ihm im vergangenen Jahr gegen den Strich ging: Monatelang debattierten Politik und Verwaltung mit einer Gruppe Frühschwimmer, die nicht akzeptieren wollten, dass um Kosten zu sparen, auf die frühe Badöffnung am Morgen verzichtet werden sollte. Und selbst schärfere Einschnitte bei den Öffnungszeiten hätten laut Senking nicht allein den großen Wurf gebracht. „Das große Becken des Waldemars ist einfach im Eimer“, sagt Senking. Langfristig lohne sich seiner Meinung nach der Erhalt des Angebots im Außenbereich nicht. Er zielt auf einen Rückbau des Freibadbereichs in den nächsten Jahren ab. 2014, so schlagen die Wählergemeinschaften vor, solle man zunächst die Ausweitung der Hallenbadöffnung und Reduzierung der Freibadzeiten testen. Die Idee: Das Hallenbad soll bis zur Freibadsaison im Juli offen sein. „Wenn in dieser Zeit super Sommerwetter sein sollte, kann man sich ja auf dem Außengelände sonnen und sich im Hallenbad abkühlen“, sagt er. Durch die längere Hallenbadöffnung würde für Privatnutzer wie für Vereine und auch die Schule eine Verlässlichkeit geschaffen, die beim stark wetterabhängigen Freibad nicht gegeben wäre. Zudem würde in dieser Zeit Personal eingespart, das sonst extra für die Freibadsaison eingestellt würde. Weitere positive Effekte: Unter anderem könnten Energiekosten gesenkt und unabhängig vom Wetter mit dem Bad geworben werden. Zudem möchte Senking das Indoor-Angebot ausweiten: Nachtschwimmen aber auch Gesundheitsanwendungen für alle Altersgruppen in Kooperation mit Bevensen seien denkbar.

Mehr zum Thema

Kommentare