Der Samtgemeinde-Bauhof in der Kritik – Flecken Ebstorf fordert Bürger zur Eigeninitiative auf

Selbsthilfe gegen den Wildwuchs

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In den Gossen und an Wegen wuchert das Grün, Bäume heben Pflastersteine aus dem Boden – die Ebstorfer sind unzufrieden, dass diese und weitere Mängel nicht vom Bauhof behoben werden.

Ebstorf. Der Begriff „Bauhof“ ist im Klosterflecken Ebstorf inzwischen zu einem Reizwort geworden.

Und so erzürnte die Einrichtung der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf, die unter anderem für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen zuständig ist, einmal mehr in öffentlichen Gremiensitzungen die Ratsleute. „Das geht so nicht weiter“, wetterte zum Beispiel SPD-Ratsfraktionschef Hans Peter Hauschild. „Dann müssen wir das eben privat machen lassen, und dann muss das bezahlt werden!“.

Ständig nämlich werden Kommunalpolitiker aller Fraktionen von unzufriedenen Bürgern ins Gebet genommen: Ungepflegte Grünflächen, wucherndes Grün auf Wegen, herabgefallene Zweige, brechende Pflastersteine – die Liste der Beschwerden ist lang. Auch die Tatsache, dass mit Christian Cohrs zum 1. August ein neuer Bauhof-Leiter eingestellt worden war (AZ berichtete) und der Flecken Ebstorf schon seit einiger Zeit aus eigener Tasche Personal zur Bauhof-Verstärkung bezahlt, hat daran nichts geändert. Samtgemeinde-Bauamtsleiter Roland Klewwe machte auf der jüngsten Ratssitzung klar, woran das liegt: Zurzeit sei der Bauhof für den Bereich Ebstorf lediglich mit 2,5 Stellen besetzt. Weil zwei Mitarbeiter seit Monaten krankheitsbedingt fehlen. „Und das wird sichtbar“, so Klewwe. „Im Moment sind die Möglichkeiten begrenzt.“

Abfinden wollen sich die Ebstorfer damit aber nicht: Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf appelliert jetzt an die Bürger, selbst mit anzupacken, Rabatten, Wege und Gossen sporadisch oder kontinuierlich zu reinigen und zu pflegen. „Die Abholung der Abfälle kann durch Bauhofpersonal organisiert werden“, sagt er. Auch Patenschaften für Grünflächen könnten Bürger übernehmen. Ansprechpartner, so Oelstorf, sei das Gebäude- und Liegenschaftsmanagement der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. „Das zusätzlich von uns eingestellte Personal reicht einfach nicht aus“, begründet der Gemeindedirektor die Initiative der Verwaltung. „Die feuchte Witterung lässt Wildkräuter besonders gut wachsen, und chemische Behandlungen sind auch nur sehr eingeschränkt möglich.“ Man komme einfach nicht mehr gegen den Wildwuchs an.

Auch über die Einrichtung eines eigenen Bauhofs hat der Klosterflecken, wie berichtet, schon nachgedacht. Denn mit der Leistung für das Geld, das er für den Samtgemeinde-Bauhof zahlt – in diesem Jahr sind es 271 000 Euro – sind die Ebstorfer alles andere als zufrieden. Eine Entscheidung dazu gibt es allerdings noch nicht.

Von Ines Bräutigam

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