Startschuss für eigenes Bier: Dorfausrufer Hinnerk und Helfer ernten ersten Hopfen

Selbstgebrautes vom Kloster Ebstorf

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Äbtissin Erika Krüger ließ es sich nicht nehmen, bei der ersten Hopfenernte mit anzupacken – und sie regte an, weitere Pflanzen an der Ebstorfer Klostermauer wachsen zu lassen.

Ebstorf. Zuerst war es nur ein Versuch, an der Stelle, an der der „Bierbrauer“ während der historischen Ortsführung in Ebstorf auf den Dorfausrufer „Hinnerk“ und seine Gäste trifft, Hopfen anzupflanzen. Jenes verwendet man ja bekanntlich beim Bierbrauen.

Hopfen verleiht dem Bier sein ausgeprägtes Aroma und seine typische Bitterkeit. Und dann wuchs und wuchs die Pflanze an der Klostermauer empor, als ob sie kundtun wollte, dass es nach Jahrhunderten nun endlich an der Zeit ist, eigenes Klosterbier zu brauen.

Und so lud der inzwischen allseits bekannte Bierbrauer „Herbert Kautz“ – mit Betonung auf „K“ wie (Kw)Qualität – alias Hobby-Bierbrauer Ulf Hofferbert, dann spontan seine Mitstreiter ein, im historischen Gewand zum Rollhaus hinter dem Ebstorfer Kloster zu kommen, um den Hopfen zu ernten.

Das Wetter war dafür genau richtig und die Stimmung gut, als sich Bierbrauer, Gildebrüder, Kräuterfrau, Heizer und sogar der Herzog trafen, um bei der Arbeit zu helfen. Auch Äbtissin Erika Krüger ließ es sich nicht nehmen, die Ernte zu begleiten und erfreute sich an dem Ergebnis.

„Ich kann mir auch weitere Hopfenplanzen an der Klostermauer vorstellen“, meinte sie und übernahm damit auch gleich die Schirmherrschaft für das Projekt „Bierbrauen am Kloster Ebstorf“. Es gab nämlich bisher noch nie einen eigenen Braumeister am Kloster, auch wenn andere Quellen das immer wieder aussagen. Belegt sind nur ein Hopfengarten und Hopfenpflücker, die in Ebstorf tätig waren, aber es gab keine eigene Klosterbrauerei. Daher wurde Krügers Anregung gern aufgenommen und es wird über weitere Pflanzen im nächsten Jahr nachgedacht.

Zwei Kilogramm Hopfen wurden an diesem ersten Tag gemeinsam geerntet. Als nächstes wird nun das Bier angesetzt, welches wiederum ein paar Wochen zum Gären braucht. Alle Akteure der Ortsführungen freuen sich nun auf ihren Jahresabschluss, an dem auch die Termine für 2017 besprochen werden, und sind gespannt auf das dann frisch gebraute „Klosterhopfenbier“. Und vielleicht wird es ja auch demnächst eine zusätzliche Köstlichkeit zur historischen Ortsführung im Klosterflecken Ebstorf geben...

„Die Gäste wird es sicher freuen“, meint Angela Geschonke, Leiterin der Ebstorfer Tourist-Info auf dem Winkelplatz, „denn auch in diesem Jahr erfreuten sich mehr als 250 Teilnehmer an der neuen Ortsführung rund um das Kloster Ebstorf. Es geht auf jeden Fall weiter im Klosterflecken mit ‘Hinnerk’, dem Ortsausrufer, und seinen Freunden.“

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