Ehrenamtliche Seniorenbegleiter sind hochmotiviert / Großer Bedarf im Kreis

Da sein, wo Profis fehlen

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Ein super Team: Der ehrenamtliche Seniorenbegleiter Wolfgang Rückstein (links) und Harri Veenhuis treffen sich häufig im Alten- und Pflegeheim Rosengarten in Ebstorf.

Uelzen. „Es ist wichtig für ihn, jemanden zu haben, zu dem er Vertrauen hat. “ Wolfgang Rückstein begleitet ehrenamtlich Harri Veenhuis. Der Ebstorfer besucht den Senior im Altersheim, wo er erst seit Kurzem wohnt, und spricht ihm Mut zu, wenn es nötig ist.

Rückstein hat mit diesem Ehrenamt begonnen, nachdem er einen Bericht im Fernsehen verfolgt hat, in dem es um die Abschiebung einer älteren Person ins Pflegeheim ging. Der Beitrag bewegte ihn so, dass er überlegte, wo man vor Ort Menschen helfen kann, um ihnen das Leben zu Hause angenehm zu gestalten – „und damit sie nicht bei jedem Piep auf Profis angewiesen sind“, erklärt er. Der Unterschied zu diesen Profis war am Donnerstag beim Treffen des Arbeitskreises der ehrenamtlichen Seniorenbegleiter im Uelzener Rathaus Thema.

Regina und Manfred Theißen haben bei ihrem Ehrenamt festgestellt, dass Hauptamtliche wegen dieses ehrenamtlichen Angebots Sorge um Konkurrenz haben. Aus Sicht der Ansprechpartnerin aus dem Seniorenservicebüro, Waltraud Lobitz, besteht dazu jedoch keinerlei Grund. Pflegerische Aufgaben beispielsweise dürften die Freiwilligen ohnehin nicht übernehmen, und wenn die Senioren auf Hilfe zu bestimmten festgelegten Tageszeiten angewiesen sind, seien dafür ebenfalls Profis zu Rate zu ziehen. Lobitz vermittelt Ehrenamtliche lediglich an Senioren, wenn sie weiß, dass es nicht um Tätigkeiten geht, die Mitarbeiter aus Pflegeberufen übernehmen könnten, erläutert sie.

Mit den älteren Menschen Karten spielen, ihnen aus der Zeitung vorlesen, beim Ausfüllen von Anträgen helfen, sie zum Arzt begleiten oder einfach nur aufmuntern – darin sind Wolfgang Rückstein und auch das Ehepaar Theißen geübt. Sie wollen da sein, wo beispielsweise Kinder der Senioren nicht helfen können. „Wir wollen Freude ins Haus bringen und wenn man die Freude und Dankbarkeit sieht, dann gibt es einem auch etwas zurück“, sagt Manfred Theißen.

„In der Stadt Uelzen boomt es“, freut sich Waltraud Lobitz. 33 aktive ehrenamtliche Seniorenbegleiter zählt sie in der Uhlenköperstadt, im gesamten Landkreis sind es 60 Personen. Der größte Teil der Ehrenamtlichen ist bereits für Seniorenbegleitungen eingeteilt. Aber der Bedarf sei noch größer: Etwa in der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf würden Ehrenamtliche gebraucht. Im Bereich der ehemaligen Samtgemeinde Ebstorf weiß Rückstein von lediglich drei Helfern. Für über 10 000 Einwohner sei das zu wenig, wirbt er, „wir haben einen hohen Anteil an alten Leuten“.

Und die Erfahrenen zeigen sich hochmotiviert: „Wir werden auch immer älter“, sagt Theißen, „vielleicht haben wir auch mal das Glück, von jemandem begleitet zu werden.“ Seine Frau stimmt ihm zu: „Und wir haben keine Angst mehr davor, älter zu werden und ins Altenheim zu kommen.“

Von Diane Baatani

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