Schulbauernhof in Gefahr?

Ebstorf. Hofleben wie vor 100 Jahren – das will Maximilian Raabe am Ebstorfer Domänenplatz zum Leben erwecken. Der 23-Jährige hat, wie berichtet, den Hof von Werner Alm gekauft und plant dort einen „Schulbauernhof“. Doch das Grundstück ist noch mit einer Veränderungssperre belegt, die erst im August auslaufen wird. Raabe kann darum zunächst nicht mit Sanierungsmaßnahmen beginnen.

Der Bauausschuss hat auf seiner jüngsten Sitzung entgegen des Vorschlages der Verwaltung nicht die Aufhebung der Veränderungssperre, sondern deren Aufrechterhaltung empfohlen. Sogar eine Verlängerung stand im Raum. „Wenn die Sperre bleibt, kann ich nicht einmal einen neuen Zaun aufstellen“, ist Raabe frustriert und fühlt sich schikaniert.

Von Schikanen kann laut Gemeindedirektor Torsten Wendt jedoch keine Rede sein. „Die Sperre ist in einer Zeit entstanden, in der noch der Flecken ein Kaufinteresse an dem Grundstück hatte“, erklärt er. Das Grundstück am Domänenplatz war, wie berichtet, als Krippenstandort im Gespräch. Wendt: „Aus Sicht der Verwaltung ist diese Sperre inzwischen sinnlos geworden, da die Krippe an der Fischerstraße gebaut wurde.“

Eine Verlängerung der bestehenden Veränderungssperre steht laut Wendt im Übrigen nicht zur Diskussion. Vielmehr ist es eine neue Einschränkung, mit der sich Raabe auseinandersetzen muss. Denn ein Umbau des Domänenplatzes ist schon lange im Gespräch, inzwischen wurde er ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen. Und damit ist eine neue Veränderungssperre verbunden.

Der Bund bezuschusst im Rahmen der Städtebauförderung Umbaumaßnahmen mit bis zu zwei Dritteln. „Wir sind angewiesen auf das Geld“, sagt Wendt, „immerhin machen die Zuschüsse eine sechsstellige oder sogar siebenstellige Summe aus.“

Die Gemeinde führt zurzeit Gespräche mit der Denkmalpflege und dem Bremer Sanierungsträger Baubecon, um eine Sanierungssatzung für das Gebiet „Klosterquartier“ zu entwickeln, in das der Domänenplatz eingebunden ist. „Ich denke aber, die Pläne von Herrn Raabe passen sehr gut dazu. Sie bedeuten eine Aufwertung des Domänenplatzes.“ Außerdem muss die „zweite Veränderungssperre“ nicht zu Raabes Nachteil sein, meint Wendt. Denn der junge Investor könnte auch vom Förderprogramm profitieren. „Vielleicht sind Zuschüsse für Herrn Raabes Pläne möglich“, so der Gemeindedirektor.

Bisher hat Max Raabe lediglich Unrat und Fremdeinbauten aus den 70er und 80er Jahren aus dem Gebäude und von dem Grundstück entfernt. „Die Unterhaltungsarbeiten werden wir fortsetzen“, kündigt er an, betont aber, dass er sein Projekt nicht wie geplant umsetzen kann: „Natürlich gehen mir durch die Verzögerung Einnahmen verloren.“

Die Umgestaltung des Domänenplatzes und damit die Veränderungssperre wird am 11. Mai Thema im Rat des Fleckens Ebstorf sein. Außerdem wird Torsten Wendt eine Bürgerversammlung zu diesem Thema einberufen.

Von Wiebke Brütt

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