Zu Gast im Fernsehen: Familie Schulz kommentiert „Mieten, kaufen, wohnen“

Schauspieler auf Wohnungssuche

Kamera läuft: TV-Maklerin Claudia Gülzow (rechts) bereitet sich auf ihren Auftritt vor.

Melzingen. Als das Telefon von Brigitte Schulz klingelte, glaubte sie sich im falschen Film – wie richtig sie mit diesen ersten Gedanken lag, bringt sie immer noch zum Schmunzeln. Der Fernsehsender VOX hatte für die Serie „Mieten, kaufen, wohnen“ geläutet.

„Sie meinten, sie würden Pferde-Experten suchen, und seien darum auf uns gekommen“, erklärt die 50-jährige Melzingerin. Und bei diesen Vierbeinern ist Brigitte Schulz tatsächlich Expertin. Gemeinsam mit ihrem Vater Dieter Schulz (77) betreibt sie den zwischen Hainberg und Melzingen gelegenen Reiterhof Immenhof. Darum reisten die beiden nach erster Skepsis dann auch in die Nähe von Soltau, um dort von Hofinhabern zu Schauspielern zu werden.

Die erste Erkenntnis: Vollkommen echt sind nur die Anwesen. Denn Ziel der Sendung des Privatsenders ist es, real bestehende Wohnobjekte an den Mann oder die Frau zu bringen – und das mit Hilfe von Immobilienmaklern mit Schauspieltalent und gecasteten Interessenten, so wie eben Familie Schulz. „Wobei, so ganz unrealistisch war es ja nicht, dass wir uns die Anwesen anschauen. Nächstes Jahr geben wir unseren Hof an meine Cousins. Vielleicht machen Vater und ich dann ja mit einer kleineren Anlage weiter – mit Seminarraum, Gästezimmern und einem Schreibatelier für mich“, sagt Autorin Brigitte Schulz und gerät ein wenig ins Schwärmen. „Man hat ja Träume.“

Zwei Höfe in der Nähe von Soltau sollte Familie Schulz bestaunen und dann auch bewerten, fachkundig eben. „Also, am Anfang ist mir das schon schwer gefallen. Ich wollte ja niemanden mit meiner Meinung über die Häuser und das Gelände verletzen“, erinnert sich Brigitte Schulz. Weniger zimperlich war ihr Vater. Zur Erheiterung seiner Tochter und des Fernsehteams bemerkte der 77-Jährige beispielsweise in einem Badezimmer, die Designerfliesen im Metalliclook sähen aus wie platt geklopfte Konservendosen.

Gedreht wurde von 9 bis 19 Uhr – und jede Szene dreimal. Eine anstrengende Aktion für die Laienschauspieler. „Es hat etwas gedauert, bis wir das draufhatten“, berichtet Brigitte Schulz und muss lachen. „Bei jeder Version habe ich versucht, noch ein bisschen besser zu formulieren, was ich sagen wollte.“

Genau dieser Perfektionismus brachte die Fernsehleute aber auf die Palme. Die wollten nämlich einfach nur jeden Satz aus drei Perspektiven abdrehen, um mehr Varianten für den endgültigen Filmschnitt zur Auswahl zu haben. „Besonders witzig wurde es dann, wenn die Szenen gedreht wurden, bei denen die Maklerin unser Verhalten kommentiert“, sagt Brigitte Schulz. Denn für diese Aufnahmen zog sich die Immoblienfachfrau mit dem Kamerateam zurück, um dann zu betonen, wie unsicher sie sich sei und dass sie überhaupt nicht einschätzen könne, was Familie Schulz von den vorgestellten Häusern halte – Monologe, die die Gäste aus dem Landkreis Uelzen zumindest akustisch mitverfolgen konnten.

Pauken mussten die beiden Laienschauspieler aus dem Landkreis Uelzen übrigens nichts im Vorfeld – sie durften sich quasi selber spielen. Kein Drehbuch sagte ihnen, was sie vor der Kamera anmerken müssen. Wissen wollte das VOX-Team vor den Aufnahmen aber schon, welche Anmerkungen oder Begründungen Brigitte und Dieter Schulz zu den Objekten vorschweben würden... Brigitte Schulz: „Ich bin dann mal gespannt, was aus unseren ganzen Einspielern am Ende wird.“

Von Wiebke Brütt

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