Melzinger durchstöbern Dachboden: Jahrhundertealte Akten aus Melzingen dem Archiv übergeben

Ein Schatzkiste voller Geschichte

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Kistenweise Geschichte: Wilhelm Simmack, Manfred Schmidt und Henning Burmester (von links) sichteten das Material, das über Jahre auf dem Melzinger Dachboden schlummerte.

Ebstorf. Aus der Kiste direkt ins Archiv – ganz so einfach war der neue Schatz aus der Samtgemeindegeschichte natürlich nicht geborgen, dennoch freut sich Samtgemeindearchivar Manfred Schmidt über seine neue Errungenschaft, die recht überraschend den Weg zu ihm fand.

„Die Kiste haben sie mit vier jungen Leuten hier angeschleppt“, sagt der Archivar. Und was er in dem hölzernen Behältnis fand, ließ das Herz des Herren der Akten höher schlagen: Jahrhundertealte Unterlagen aus Melzingen. Und die sind nicht nur wegen ihrer historischen Bedeutung, sondern auch wegen ihres Symbolcharakters besonders wertvoll. „Jetzt habe ich zumindest mal eine der Mitgliedsgemeinden überzeugen können, geschichts-trächtige Unterlagen in das Eigentum des Samtgemeindearchivs zu übergeben“, und das sei Schmidt zufolge bisher noch nicht häufig der Fall gewesen. Die Mitgliedsgemeinden Bevensen-Ebstorfs täten sich schwer mit der Aushändigung historischer Papiere.

Henning Burmester, der Enkel des ehemaligen Melzinger Bürgermeisters Wilhelm Burmester, hatte die Kiste samt der besagten Dokumente auf dem Dachboden einer Scheune gefunden. Kurzerhand entschloss sich der Landwirt, die Unterlagen in das Samtgemeindearchiv zu bringen – unter ordentlichem Körpereinsatz, wie Schmidt berichtete. Mehr als 14 Tage sichteten Archivar Manfred Schmidt, Henning Burmester und Wilhelm Simmack, der in Melzingen aufgewachsen war und sehr geschichtsinteressiert ist, den Fundus. „Die Papiere waren zum Teil in sehr schlechtem Zustand“, berichtet Schmidt auf Nachfrage der AZ. „Einige waren rundum von Silberfischen angefressen."

Von Wiebke Brütt

Mehr dazu lesen Sie am Montag in der AZ.

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