Kirchliche Patenschaft: Gäste aus Südafrika sind auch in Ebstorf eingetroffen

„Sanibonani“– Willkommen

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Austausch der Kulturen: Mitglieder des Uelzener Kirchenkreises begrüßten die Gäste aus Südafrika. Verständigt wird sich auf englisch.

Ebstorf/Medingen/Landkreis. „Sanibonani“ – das heißt „willkommen“. Und genauso fühlten sich die Gruppe von dreizehn südafrikanischen Gästen sicher in der Klosterkirche Medingen. Denn dort wurden sie offiziell im Kirchenkreis Uelzen empfangen.

Schon in den 80er Jahren knüpfte die Kirchengemeinde Bevensen im Rahmen des Nord-Süd-Dialogs Verbindungen zum Kirchenkreis Ondini, der im landschaftlichen schönen KwaZulu-Natal liegt. Die Apartheid herrschte noch und sorgte dafür, dass auch Menschen mit gleichem Glaubenshintergrund streng nach Hautfarbe getrennt leben mussten. 1989 erfolgte der erste Besuch einer Delegation aus Ondini im Kirchenkreis Uelzen und der Partnerschaftsgedanke breitete sich aus – inzwischen kommen die Besucher regelmäßig. Freundschaften entstanden zwischen Menschen, die bereit waren, sich intensiv auf diese Begegnungen der Kulturen einzulassen. In Ondini wird Zulu gesprochen, die Verständigung mit den Besuchern erfolgt darum auf Englisch. Die Lebensfreude und Herzlichkeit der Südafrikaner beeindruckt.

Auch nach Einzug der Demokratie in Südafrika boten sich Möglichkeiten, die Menschen dort zu unterstützen. Ein ganz großes Problem sind die Auswirkungen der Krankheit Aids und dieses ganz besonders bei Kindern und Jugendlichen, die oftmals allein aufwachsen müssen. Durch den gegründeten Scholarship-Fund ist es möglich, Schüler, Studenten und junge Erwachsene finanziell zu unterstützen und bei ihrer Ausbildung zu fördern.

Aletta Zulu ist 64 Jahre alt und Gebetsfrau in Ephangweni, legt ein jährliches Gelübde ab und verpflichtet sich damit zu Bibelarbeit und Förderung des Gemeindelebens. Sie muss die Kirchensteuer einsammeln, Krankenbesuche erledigen und sich um Aidswaisen kümmern. Als Krankenschwester war sie bis zu ihrem 60. Lebensjahr mit einem Klinikbus unterwegs und hat die weit auseinander liegenden Dörfer versorgt. Von Beginn an lebt sie diese Partnerschaft und pflegt Kontakt mit Beate Tito aus Ebstorf, die die Partnerschaft in Ebstorf leitet.

Der 20-jährige Seneme Sinenhlanhla Wiseman Mnguni ist in diesem Jahr Gast der Kirchengemeinde Ebstorf. Er begann seine schulische Laufbahn im Jahr 1998 in der Gemeinde Emangweni. Dieser erste Abschnitt dauerte bis 2006. In dieser Zeit lebte er bei seiner Familie. Dann zog er zu seiner Tante in Ephangweni und erhielt in 2010 das Examen der weiterführenden Schule. Bis jetzt hat er seine Kenntnisse in Umwelt und Naturkunde erweitert und möchte auf diesem Gebiet bei der Regierung arbeiten. Mit dem Flugzeug waren die Gäste in Johannesburg gestartet und nach einem Zwischenstop in Istanbul in Hannover gelandet. Die Mitglieder der Delegation kommen aus zwölf Gemeinden des Kirchenkreises Ondini (Kwazulu/Natal, Südafrika), zu denen zum Teil seit mehr als 25 Jahren enge partnerschaftliche Kontakte von ebenso vielen Gemeinden aus dem Kirchenkreis Uelzen bestehen. In den nächsten Wochen werden sie unter anderem das Hermannsburger Missionsfest besuchen und in die Lutherstadt Wittenberg fahren – Ondini gehört zur lutherischen Kirche Südafrikas.

Von Monika Buhr und Wiebke Brütt

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