Ebstorfer Gilde feiert Auftakt zum Schützenfest mit stimmungsvoller Tradition und vitaler Moderne

Christoph Alms regiert in Ebstorf

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Strahlende Königsfamilie: Christoph und Doreen Alms mit den Kindern Julian und Katharina.

Ebstorf. 60 Mitglieder der Ebstorfer Schützengilde haben ihr Glück versucht und beim Schützenfest auf die Königsscheibe geschossen. Am zielsichersten war am Ende Christoph Alms: Der 41-jährige Landwirt wurde gestern Abend feierlich zum Schützenkönig 2016 proklamiert. Als sogenannter Quartiermeister des Schwarzen Korps ist er mit seinem Hof im Herzen des Klosterfleckens unter anderem beliebter Gastgeber für Treffen der Schützen.

Mit einem Konzert im Klosterhof, dem großen Zapfenstreich im Fackelschein und einem stimmungsvollen Gildeabend läuteten die Ebstorfer am Mittwochabend ihr diesjähriges Schützenfest ein. Beim Kommers hatte der 1.Gildeherr Dietrich Zarft das Buch von Tommy Jaud „Einen Scheiß muss ich“ zum Anlass genommen, auf die Bedeutung der ehrenamtlichen Tätigkeit hinzuweisen, um ein reges Vereinsleben in Gang zu halten: Niemand müsse, aber jeder sollte die Gelegenheit wahrnehmen, zum gemeinsamen Fröhlichsein.

Brötchen, Bier und Blasmusik: Zu den schmissigen Klängen der gut aufgelegten „Heidemusikanten“ schmausten die zahlreichen Gäste im voll besetzten Ebstorfer Schützenhaus beim traditionellen Königsfrühstück.

Zünftig geht es dann gestern Morgen beim Königsfrühstück zu. Vor einem vollen Haus geben sich gleich mehrere Redner die Klinke in die Hand: Während Bevensens Pastor Hans-Peter Hellmanzik die schwierigen Zeiten in der großen Politik – in Europa und in der ganzen Welt – zum Thema nimmt, widmet sich der stellvertretende Landrat Martin Oesterley der kleineren Politik, nämlich der vor Ort: Mit der Breitbandversorgung, dem Anschluss an den HVV und dem Bau eines neuen Kreishauses tue man viel und Wichtiges für die Region. Allerdings mahnt er vor allem in Sachen Kreishaus-Neubau mehr Entschlussfreudigkeit an. „Man muss zu seiner Verantwortung stehen“, appelliert er an die Entscheider, endlich weiterzukommen.

Reicht es für die Königswürde? Reges Treiben herrschte auf dem Schießstand.

Samtgemeindebürgermeister Hans-Jürgen Kammer würdigt das gute Zusammenwachsen der ehemaligen Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf, das immer besser gelinge, CDU-Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer lobt die Ebstorfer für ihre „progressive Bevölkerungsentwicklung“, für die nicht zuletzt auch ein Verdienst der aktiven Ebstorfer Gilde. Und Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas blickt schon einmal freudig auf das kommende Jahr voraus, in dem nämlich der Klosterflecken, wie berichtet, sein 1200-jähriges Bestehen feiern wird.

Stimmungsvoll begann das Ebstorfer Schützenfest: EMG und Spielmannszug spielten zum Großen Zapfenstreich.

Kein Schützenfest ohne Ehrungen: Unter anderem wird Carl-Otto Meyer, den alle nur unter dem Namen „CO“ kennen, für 40 Jahre Zugehörigkeit bei den Jägern und für 20 Jahre Vorstandsarbeit ausgezeichnet.Als neue Gilde-Mitglieder stellen sich Miltiadis „Milto“ Gouziotis, Matthias Korth, Marius Meyer, Sören Meierhoff und Stephan Runge vor, Und ein Schlückchen Sekt gibt es gestern abschließend für all diejenigen, die einmal Schützenkönig in Ebstorf geworden waren. Zum König der Könige 2016 wird dabei Dieter Gade ausgerufen.

Jugendkönig wurde der 15-jährige Christoph Dörnbrack.

Am Abend dann wurde es noch einmal spannend: Im Schützenfesttrubel vor dem Schützenhaus wurde Christoph Alms zur Ebstorfer Majestät 2016 ausgerufen. Der 41-Jährige ist Landwirt und lebt mit Ehefrau Doreen und den Kindern Julian und Katharina in Ebstorf. 1999 war er in das Schwarze Korps eingetreten und sicherte sich gestern mit einem 610,5-Teiler die Königswürde. Als sogenannter Quartiermeister des Schwarzen Korps ist er mit seinem Hof im Herzen des Klosterfleckens unter anderem beliebter Gastgeber für Treffen der Schützen. Zum Jugendkönig wurde Christoph Dörnbrack (15) proklamiert.

Von Ines Bräutigam und Monika Buhr

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