Neuer Platz für Hähnchen?

Zwei Hähnchenställe am Rand vom Schatensen? Ein Landwirt plant Anlagen mit 84 000 Tieren zu bauen. Foto: dpa/Ph. Schulze

Wriedel/Schatensen. „Wir wollen da neutral bleiben“, sagt Peter-Uwe Breyer. Neutral bei einem Thema, das in Wriedel derzeit große Wellen schlägt: Die geplanten Hähnchenmastanlagen am Ortsausgang vom Wriedeler Ortsteil Schatensen. Insgesamt 84 000 Tiere sollen in zwei Mastanlagen untergebracht und gemästet werden (die AZ berichtete).

Nach zwei Informationsveranstaltungen bleibt das Thema heiß diskutiert: Während die Landwirte über einen Alternativstandort nachdenken, ist zeitgleich eine Bürgerinitiative (BI) in der Gründungsphase.

„Wir sind weder für die eine noch für die andere Seite“, erklärt Wriedels Bürgermeister Breyer. „Wir haben, wie es notwendig ist, zu dem Bauantrag des Landwirtes Stellung genommen. Aber wir sind keine Genehmigungsbehörde.“ Unterstützung bei der Stellungnahme bekamen die Wriedeler zusätzlich von der Verwaltung der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf. Die Entscheidung, ob gebaut werden kann oder nicht, liegt nun beim Landkreis.

Derweil ist die Gemeinde Wriedel mit der Familie Elsner, die die Mastställe bauen möchte, und anderen Landwirten im Dialog: Ein Flächentausch wird angestrebt. Breyer: „Uns ist sehr daran gelegen, dass die Anlagen noch weiter vom Ort entfernt entstehen.“ Das hätte gleich zwei Vorteile: Anwohner wären beruhigter und die logistische Anbindung wäre günstiger. Denn nach bisherigen Planungen müsste die Belieferung der Hähnchenmastanlagen vollständig über die Holthusener Straße abgewickelt werden – eine Zuwegung, die laut Stellungnahme der Gemeinde Wriedel nicht für Schwerlastverkehr geeignet ist. Breyer: „Die Straße müsste vom Betreiber gemacht werden.“ Während dieser Verhandlungen formiert sich unter den Einwohnern der Gemeinde Wriedel Widerstand gegen die geplanten Anlagen. Auf zwei Informationsveranstaltungen – zu denen anonym eingeladen wurde – wurden bereits Möglichkeiten diskutiert, wie der Bau der Mastställe verhindert werden könnte. „Eine Bürgerinitiative soll Mitte Mai gegründet werden“, berichtet Werner Harneit (CDU) von einem Ergebnis der jüngsten Informationsveranstaltung.

Von Wiebke Brütt

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