Schulsozialarbeiterin Sieverling betreut über 300 Schüler mehr als zu Beginn ihrer Anstellung

Neue Zukunft und Herausforderung

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Sie hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Schüler: Waltraud Sieverling ist seit 2009 Schulsozialarbeiterin an der Oberschule in Ebstorf.

Ebstorf. Es sind Fragen rund um den Praktikumsplatz, die Berufswahl, das erste Bewerbungsgespräch und nicht zuletzt soziale Themen, mit denen Waltraud Sieverling täglich konfrontiert ist. Seit 2009 ist sie Schulsozialarbeiterin an der Oberschule Ebstorf (früher Hauptschule).

„Berufsorientierung hat immer auch diesen Reflex auf andere Bereiche“, weiß Johannes Vogt-Krause, stellvertretender Schulleiter. Andere Bereiche, persönliche Bereiche: Da geht es um Streit in der Familie oder um Schicksalsschläge. Die Arbeit der Schulsozialarbeiter, sagen Vogt und Sieverling, gehe über die Aufgaben der Lehrkräfte hinaus. Verschwiegenheit, betont Waltraud Sieverling, sei dabei besonders wichtig.

Rund 184 Schüler hat die gelernte Erzieherin bis zur Zusammenführung von Haupt- und Realschule zur Oberschule 2011 betreut, heute sind es fast 500. Wenn sie nicht einen Teil ihrer Freizeit investieren würde – sie müsste wohl auch Schüler auf die Warteliste stellen, erklärt Sieverling.

Unter anderem begleitet sie derzeit den Weg zu einem einheitlichen Konzept der Oberschule in der praktischen Berufsorientierung. Während an der Hauptschule schon früher großer praktischer Anteil in Betrieben im Unterrichtskonzept verankert war, hatte es an der Realschule bis zur Fusion nur ein zweiwöchiges Praktikum gegeben. Vorgesehen ist, dass künftig ein weiteres Praktikum stattfinden soll. Und: „Ich muss dazu lernen“, sagt Sieverling – um neue berufliche Felder in ihren Beratungen berücksichtigen zu können.

Wenn sie einen Wunsch frei hätte, verrät sie, würde sie sich einen zweiten Schulsozialarbeiter für die Schule wünschen. Den Wunsch teilt auch Johannes Vogt-Krause: „Bei einer Schule dieser Größenordnung ist einer allein im Grunde zu wenig.“

Derzeit ist jedoch noch nicht einmal sicher, ob der Vertrag von Waltraud Sieverling mit dem Landkreis nach dem 31. Dezember nächsten Jahres weiterläuft. Denn sie ist eine von acht Schulsozialarbeitern, die nach der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Durchführung sozialpädagogischer Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsbildung“ beim Landkreis Uelzen angestellt sind. Abhängig von der Größe der Schule fließen vom Land jährlich 26 000 oder 39 000 Euro in die Finanzierung der Stellen. Doch dieses Programm ist, wie berichtet, bis zum 31. Dezember 2014 befristet.

Wie es dann weitergeht, das weiß Waltraud Sieverling nicht. Der Landkreis erklärt dazu, dass eine Verlängerung der Arbeitsverträge immer erst dann erfolgen könne, wenn das Land die Richtlinie verlängere. „Bis 2010 hat das Land diese Richtlinie immer erst zum Jahresende für ein weiteres Jahr verlängert.“ Im Oktober 2010 wurde die Richtlinie erstmalig bis 31. Dezember 2014 genehmigt.

Bisher gebe es noch keine Informationen, ob und wie dieses Programm vom Land fortgeführt werde, erklärt der Landkreis. Für Johannes Vogt-Krause eine schwierige Situation. „Die Aussicht, dass unter Umständen mal die Schulsozialarbeiterstelle wegfällt, ist für die Schule eine denkbar unangenehme Aussicht.“

Von Anna Petersen

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