Unternehmen Tennet investiert 3,5 Millionen Euro in Erweiterung des Umspannwerks Stadorf

Neue Technik gegen Stromausfälle

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Das Umspannwerk Stadorf wird vom Konzern Tennet für etwa 3,5 Millionen Euro mit modernen Anlagen ausgestattet, die Stromausfälle infolge plötzlicher Schwankungen im Stromnetz verhindern sollen.

Stadorf. Die Kabel im Umspannwerk Stadorf knistern gelegentlich, während die Bagger auf der Baustelle hinter dem Werk mit den Aushubarbeiten begonnen haben und die ersten Betonfundamente bereits gegossen wurden. Weitere Flächen sind schon mit Richtschnüren eingefasst.

Im Zuge der Energiewende und um dabei die Stromversorgung sicherzustellen, baut der Konzern Tennet die Anlage für rund 3,5 Millionen Euro aus.

„Die Umspannwerke müssen jetzt die Stromschwankungen abfedern, die früher von den Kernkraftwerken in Süddeutschland aufgefangen wurden“, sagt Markus Lieberknecht, Pressesprecher von Tennet. Zuvor hätten die Kraftwerke ihre Leistung je nach Bedarf erhöht oder gesenkt. Deshalb rüstet das Unternehmen, das ein Höchstspannungsnetz von rund 21 000 Kilometern in Deutschland betreibt und rund 20 Millionen Menschen indirekt mit Strom versorgt, seine Umspannwerke mit Blindleistungs-Kompensationsanlagen, sogenannten MSCDN-Anlagen, aus. Diese können in Sekundenschnelle auf die Schwankungen im Stromnetz reagieren.

„Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien haben die Schwankungen zugenommen“, erklärt Lieberknecht. Wenn zum Beispiel eine Wetterfront mit stärkeren Winden nur 15 Minuten früher auf Offshore-Windkraftanlagen in der Nordsee trifft als prognostiziert, könnte es ohne diese Anlagen zu Stromausfällen kommen. Denn bei hoher Auslastung des Netzes sinke die Netzspannung und die Systeme würden nicht mehr stabil arbeiten, schildert Lieberknecht.

Während der Bauarbeiten wird das an der Kreisstraße 12 zwischen Stadorf und Linden gelegene Umspannwerk normal weiterbetrieben. Die neuen MSCDN-Anlagen werden westlich des ursprünglichen Umspannwerkes gebaut, kündigt Lieberknecht an.

Tennet habe bereits im November vorigen Jahres die Planung für das Projekt aufgenommen. Vor zwei Monaten sei mit den Bauarbeiten begonnen worden. Vermutlich im ersten Quartal 2016 sollen die neuen Anlagen in Betrieb gehen.

Von Lars Lohmann

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