Sicherheit und Qualität stehen im Vordergrund / Nächste Woche „Tannenworth“in Ebstorf gesperrt

Nach dem Laubfall beginnt die Holzernte

Und ab: Mit der Motorsäge geht es an den Stamm.

Ebstorf/Landkreis. Die Ernte in den Laubholzwäldern ist in vollem Gange. Vor allem Eichen und Buchen werden derzeit im Landkreis geschlagen. In Velgen wollen die Forstarbeiter heute den vorerst letzten Handschlag tun. Kommende Woche geht es dann in Ebstorf weiter.

Für Spaziergänger bedeutet das: Unbedingt die Warnschilder beachten.

Spaziergänger aufgepasst: Schilder warnen vor Waldarbeiten. Fotos: Wendlandt

„Die Laubholzernte beginnt immer nach dem Laubfall“, erklärt Reiner Baumgart, Pressesprecher der Niesersächsischen Landesforsten. Gründe für dieses Vorgehen gibt es mehrere: „Der entscheidende Grund ist natürlich die Arbeitssicherheit“, sagt Baumgart. „Die Kronen und damit auch den Fall eines Baumes können die Förster nur beobachten, wenn das Laub heruntergefallen ist.“ Laubbäume werden per Hand geschlagen und nicht mit modernen Erntemaschinen zu Fall gebracht – unter anderem, um den Wald zu schonen. Einzelne Bäume, die die nötige Stärke erreicht haben, werden vom Fachmann herausgepickt und geschlagen.

Neben der Sicherheit ist auch die Holzqualität ein Argument für die Erntezeit. Die ist nämlich besser, wenn der Baum nicht mehr „im Saft steht“. Und dieser Zeitpunkt ist erreicht, wenn das Laub am Boden liegt.

Derzeit läuft vor allem die Eichenwertholzernte – also das Schlagen besonders wertvollen Eichenholzes. Etwa 3000 Kubikmeter Eiche möchten die Niedersächsischen Landesforsten dieses Jahr im Forstamt Oerrel schlagen. 2000 Kubikmeter davon werden in die höhere Verwertung gehen, also beispielsweise als Furnier enden. Das verbleibende Drittel, vor allem das Holz aus dem Kronenbereich, wird als Brennholz auf den Markt gegeben.

Vom Buchenbestand sollen im Bereich des Forstamtes Oerrel 10 000 Kubikmeter geschlagen werden. Jeweils zur Hälfte teilt sich die Buchenernte auf sägefähiges Sortiment und Brennholz auf. Letzteres gelangt zu 50 Prozent an Privatleute und Gewerbetreibende.

Die Erntemengen sind bei den Niedersächsischen Landesforsten an der Zuwachsrate orientiert: Etwa 75 Prozent des Zuwachses werden an anderer Stelle geschlagen. Detailliert bedeutet das: Bei neun Festmetern Zuwachs pro Hektar, werden sieben Festmeter pro Hektar geernet. „Das muss schon im richtigen Verhältnis sein. Sonst wäre die Arbeit der Niedersächsischen Landesforsten nicht nachhaltig“, sagt Baumgart.

Neben dem Gewinn aus dem Verkauf des Holzes, hat der Baumschlag noch einen positives „Nebeneffekt“: Die Bäume, die stehen bleiben, haben mehr Licht und Platz zum Wachsen. Wer im Wald trotz Laubholzerntenzeit einige Kiefern fallen sieht, braucht sich übrigens nicht die Augen zu reiben: Auch Kiefern geht es derzeit an den Stamm. Denn das Holz neigt bei höheren Temperaturen zu Verfärbungen. Damit das nicht passiert und die Förster mit dem Holz bei der Submission, also der Holzversteigerung, gute Preise erzielen können, werden Kiefern im Winter geschlagen.

Die Arbeiten an den Laubbäumen gehen Montag in Ebstorf in die nächste Runde. Für drei Tage wird der Hauptweg in der Tannenworth gesperrt.

Von Wiebke Brütt

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