Melzinger Arboretum: Ermittlungen zur Ursache dauern an / Café nimmt Betrieb auf

Nach Brand bleiben offene Fragen

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Im Dachstuhl des unbewohnten Hauses brach am Montag ein Feuer aus.

Melzingen. Stiftungsvorstand Jörg Tilly ist erleichtert. „Das Café hat wieder eröffnet“, erklärt er auf Anfrage der AZ. Am späten Montagabend war in einem Dachstuhl eines unbewohnten Wohnhauses in unmittelbarer Nähe zum Melzinger Arboretum ein Feuer ausgebrochen.

Mehr als 100 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren waren vor Ort, um des Feuers Herr zu werden und ein Übergeifen vom Dach auf das Erdgeschoss zu verhindern. Noch am Dienstag war unklar, wann das angrenzende Gartencafé des Arboretums wieder seinen Betrieb aufnehmen kann (die AZ berichtete).

Das Café selbst blieb bei dem Brand unversehrt. Da jedoch die Stromleitungen, über die das Café versorgt wird, komplett im Keller des Wohnhauses liegen, musste Tilly den Betrieb einstellen und den Strom abstellen lassen. Nun sei die Leitung wieder hergestellt, sagt er. Fest stehe auch: „Alle anstehenden Veranstaltungen können wie geplant starten“. Bereits am morgigen Freitag, 12. April, eröffnet das Arboretum in seiner Galerie die Ausstellung „Gartengeister“ der Künstlerin Ursula Kirchberg. Derzeit steht das vom Brand beschädigte Haus leer. Stiftungsgründerin Christa von Winning, die im vergangenen Jahr verstorben war, hatte zuvor dort gelebt. Vor dem Brand hatte die Stiftung als Betreiber des Arboretums die in ihrem Besitz befindliche Immobilie zum Verkauf angeboten. „Noch können wir den Schaden nicht abschätzen“, so Tilly. Da das Haus teilweise aus Lehm gebaut wurde, könnte die Decke aufgrund des Löschwassers durchgeweicht sein, sagt der Vorstandsvorsitzende. Die Gutachten werden zeigen, ob eine Sanierung „überhaupt möglich und sinnvoll ist“. Dann werde der Stiftungsvorstand gemeinsam eine geeignete Lösung suchen, kündigt Tilly mit Blick auf die Kosten an. „Wir haben keine großen finanziellen Möglichkeiten.“

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern indessen an, erklärt Polizeisprecher Kai Richter gegenüber der AZ. Zwar gehe die Polizei von einem technischen Defekt aus, jedoch sei eine Brandstiftung nicht „definitiv auszuschließen“. Der Sachschaden wird auf knapp 50 000 Euro geschätzt.

Von Melanie Jepsen

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