UWG-Fraktion beantragt Einführung eines Bürgerbusses

Mobilität für alle im Flecken Ebstorf

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In Legden in Nordrhein-Westfalen gibt es bereits seit 30 Jahren einen Bürgerbus – er ist der älteste Deutschlands und seine Fahrerin Hildegard Klöpper von der ersten Stunde an dabei. Auch in Ebstorf könnte bald ein solches Angebot entstehen.

Ebstorf. Mal eben schnell einkaufen fahren – was für viele so selbstverständlich ist, stellt für andere eine große Hürde dar. Denn nicht jeder ist mobil, vor allem ältere Menschen müssen oftmals einiges an Organisation leisten, um ihre Einkäufe erledigen zu können.

Die UWG-Fraktion im Rat des Fleckens Ebstorf will diesen und anderen Menschen ein Stück dieser Organisation abnehmen: Die Unabhängige Wählergemeinschaft hat beantragt, für den Flecken einen Bürgerbus einzurichten. Zunächst als Pilotprojekt.

Und die UWG hat sich bereits selbst viele Gedanken zu dem Thema gemacht. „Um das Totschlagargument der Kosten gleich von Anfang an auszuhebeln, haben wird entschieden, dass der TuS Ebstorf für eine Probephase von einem halben oder dreiviertel Jahr einen seiner Vereinsbusse als Bürgerbus zur Verfügung stellt“, erläutert UWG-Ratsherr Heiko Senking, der gleichzeitig Vorsitzender des TuS Ebstorf ist. Denn vormittags könnte man auf einen der drei Vereinsbusse gut verzichten; Fahrten fielen vornehmlich abends und am Wochenenden an. Außerdem will die UWG 1600 Euro zur Verfügung stellen, um das Projekt anzuschieben.

Doch damit nicht genug: „Es haben sich auch schon Freiwillige gemeldet, die während der Probezeit den Bus gegen eine Aufwandsentschädigung fahren würden“, so Senking. Wer den Bürgerbus in Anspruch nehmen möchte, könnte sich in der TuS-Geschäftsstelle bei Iris Stever anmelden, sagt der TuS-Vorsitzende. Und auch die Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sei bei dem Projekt mit im Boot. Sie würde möglicherweise Bänke zur Verfügung stellen an Haltestellen, die es noch genauer auszumachen gelte. Denkbar wären aber Stationen an der Sparkasse, irgendwo in Richtung Lüneburg sowie an der Bahnhofstraße, meint Senking. „Vor allem der Bereich des Fleckens in Richtung Lüneburg soll profitieren, denn dort gibt es keine Geschäfte vor Ort.“

Ein bis zwei Mal am Tag könnte der Bürgerbus ab Anfang nächsten Jahres fahren, überlegt Heiko Senking. „Man muss einfach sehen, wie das Angebot ankommt.“ Sollten die Ebstorfer es annehmen, seien Erweiterungen und Veränderungen denkbar. Als nur ein Beispiel dafür nennt Senking die Mobilität für Flüchtlinge. Wenn alles gut laufe, könnte dann im nächsten Haushalt eine Summe für den Bürgerbus-Betrieb eingeplant werden. Und der TuS, kündigt der UWG-Ratsherr an, würde auch dann die Organisation weiter übernehmen.

Der Antrag wird heute, Montag, im Ausschuss Familie, Freizeit, Kultur, Tourismus und Wirtschaft öffentlich beraten. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Ebstorfer Rathaus.

Von Ines Bräutigam

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