Einweihung des Klostervorplatzes bei strahlendem Sonnenschein / Kritische Stimmen zur modernen Gestaltung

Mittelalterliches Treiben in Ebstorf

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Ein bedeutender Moment: Nach seiner Neugestaltung wurde der Klostervorplatz in Ebstorf gestern eingeweiht. Die Schützengilde übernahm während des offiziellen Teils die Bewachung des Klosters und der Kirche.

Ebstorf. Die Einweihung des Klostervorplatzes in Ebstorf wurde gestern bei strahlendem Sonnenschein gefeiert. In Anlehnung an die historische Umgebung verbreiteten Händler, Gaukler und Musikanten eine mittelalterliche Atmosphäre. Alte Handwerksgilden zeigten ihr Können.

Schöne Gegenstände wechselten ihren Besitzer. Sogar Enten, Gänse und Hühner wurden ausgestellt. Die hübschen Kaninchen im grünen Gehege begeisterten vor allem die jüngsten Besucher. Ein riesiger Strohberg lud zum Toben ein. Auf den neuen Holzliegen davor sonnten sich die Eltern.

Die Spielleute von „Docatius“ eröffneten mit Trommeln und mittelalterlichem Dudelsack den offiziellen Teil der Einweihung. Dorfausrufer Hinnerk war mit seiner Glocke zur Stelle und übergab Bürgermeister Uwe Beecken das Wort. Dieser konnte viele Gäste aus Politik und Wirtschaft begrüßen; aber auch viele Ebstorfer waren der Einladung zum Fest gefolgt. Den neugestalteten, 30 mal 50 Meter großen Platz wollten doch alle sehen. Die Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und Henning Otte sowie der Landtagsabgeordnete Jörg Hilmer gratulierten genauso zu der gelungenen Neugestaltung wie Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas.

Heiko Senking, Cheforganisator der Einweihungsfeier, verlas Glückwünsche von Ministerpräsident David McAllister. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro wurden zwei Drittel mithilfe von Fördergeldern bezahlt, den Rest trägt die Samtgemeinde.

Viele Bürger freuen sich über die Neugestaltung des Platzes, aber es gibt auch kritische Stimmen. Angesichts der hohen Kosten ist der Platz manchem zu modern und unter zu wenig Berücksichtigung der historischen Umgebung angelegt worden. Trotzdem genossen alle das extra für diesen Tag gebraute Klosterbier, das genauso schnell Abnehmer wie der Ochse am Spieß fand, den Uwe Beecken aus seiner Herde gesponsert hatte.

Die Schützengilde in traditionellen Uniformen übernahm die Bewachung von Kloster und Kirche und hatte auch beim Aufbau kräftig mitgeholfen. Heiko Senking lobte die Hilfe von allen Seiten und denkt schon über das nächste Fest nach. Am Abend wurde dann die Dekoration des Platzes versteigert. Ein Feuerwerk beendete das bunte Treiben und zurück bleibt die Beleuchtung der Kirche, die noch rechtzeitig zur Einweihung repariert wurde.

Von Monika Buhr

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