Marianne Müller will es anpacken: Zusammen mit fünf Frauen sagt die Lehrerin dem Leerstand in Wriedels Ortskern den Kampf an

Mitmachmarkt in Wriedel?

Leere Schaufenster sieht man in Wriedels Ortskern viele: Die Ausstellungsfläche des ehemaligen Schlecker-Marktes könnte bald wieder mit Angeboten gefüllt sein. Marianne Müller plant hier einen Nachbarschaftsladen. Foto: Ph. Schulze

Wriedel. Marianne Müller will es anpacken: Zusammen mit fünf Frauen sagt die Lehrerin dem Leerstand in Wriedels Ortskern den Kampf an. Ihre Idee: Ein „Mitmachmarkt“. Für die Umsetzung des Projektes sucht sie nun noch Mitstreiter.

Müller setzt damit auf ein Konzept, das sie bereits vor etwa 15 Jahren umsetzen wollte. Damals wollte sie den Lindenhof zum Mehrgenerationenhaus machen. Doch das Gebäude wurde abgerissen. Heute liebäugelt die Lehrerin mit dem leer stehenden Schlecker-Markt im Ortskern. Einen Nachbarschaftsladen möchte sie hier installieren. Das Grundkonzept steht, die Finanzierung muss noch auf sichere Füße gestellt werden. „Es soll dort alles geben, was die Nachbarn hier vermissen“, erklärt Marianne Müller. Entsprechend vielfältig soll das Angebot auch werden: Der Shop soll gleichermaßen Raum für Fortbildungskurse, Kinderbetreuung und Ausstellungen bieten, aber zugleich Verkaufsfläche für Second-Hand-Ware werden. Müller: „Ich kann mir auch eine Büchertauschbörse vorstellen.“ Auch Ideen wie Dessousberatung, Hausaufgabenbetreuung und Internetcafé stehen im Raum.

„Wir könnten hier auch eine Art Café mit integrieren. Vor 17 Uhr bekommt man hier nirgends einen Kaffee“, betont die SPD-Politikern und hebt hervor, wie wichtig eine solche Einrichtung ihrer Meinung nach nicht nur für die Wriedeler, sondern auch für den Tourismus der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf wäre. Schließlich steigen die Besucherzahlen auch in Wriedel – das Missionarische Zentrum und der Auferstehungsweg locken Besucher in den Ort.

Der Shop soll mehrmals in der Woche zu festen Zeiten geöffnet sein. Verhandlungen mit Otto Linhard, dem Inhaber des 200-Quadratmeter großen ehemaligen Schlecker-Marktes, laufen bereits. Dennoch bleiben einige Fragen zu klären: Soll ein Verein oder eine Genossenschaft Träger des Unternehmens werden? Wie kann das Projekt finanziert werden? Am kommenden Mittwoch, 13. Juli, möchte Marianne Müller sich darum mit Interessierten besprechen. Los geht das Treffen um 18 Uhr in der Heinrichstraße 6 in Wriedel. Fragen beantwortet die Initiatorin auch im Vorfeld gerne am Telefon unter (0 58 29) 6 28.

Der Leerstand im Wriedeler Ortskern beschäftigt bereits seit Jahren den Gemeinderat. Bäcker, Schlecker und Schuster haben sich aus dem Ort zurückgezogen. Seit etwa drei Jahren ist der Neubau eines Geschäfts- und Gesundheitszentrums im Gespräch – die Verhandlungen ziehen sich hin.

Von Wiebke Brütt

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