Ebstorfer suchen Investoren für den Baumkronenpfad / Hoffen auf Wirtschaftsförderung

Luftiger Ausblick ins Grüne

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Wie am Hainberg (Foto) könnten Besucher des Ebstorfer Waldweltenwegs die Natur von oben betrachten – wenn sich ein Investor für das Leuchtturm-Projekt findet.

Ebstorf/Landkreis. Die Verbindung zwischen Natur und Kultur – mit diesem Alleinstellungsmerkmal will der Klosterflecken Ebstorf punkten. Und zwar beim Rennen um die Umsetzung der Idee Baumkronenpfad.

Seit 2006 – wenn auch mit Unterbrechungen – bastelt der Flecken an einem Konzept für ein solches Mammut-Projekt. Beim Wirtschaftsförderungsausschuss des Landkreises warb Ebstorfs Gemeindedirektor jetzt um Unterstützung. Denn Architektenpläne gibt es für den Pfad in luftigen Höhen inzwischen und die Bewertung einer Machbarkeitsstudie viel positiv aus: Sie attestierte dem Klosterflecken mit dem großen Arnsberg einen gut gewählten Standort, der zudem wirtschaftlich zu betreiben sei. Einzig ein Investor fehlt noch immer. „Wir haben 20 potentielle Investoren angeschrieben, aber mit wenig Erfolg“, so Oelstorf. Darum hofft die Gemeinde nun auf die Netzwerke der Wirtschaftsförderung. Denn selber kann und möchte sie sich an der Finanzierung des rund fünf Millionen teuren Projekts nicht beteiligen. „Es würde aber nicht nur der Klosterflecken von diesem Leuchtturm profitieren, sondern die ganze Region“, appellierte Oelstorf an die Politiker, sich einzusetzen.

Neben der Finanzierung sitzt der Gemeinde inzwischen die Zeit im Nacken: Parallel zu den Ebstorfern arbeitet auch die Gemeinde Niendorf im Landkreis Harburg an einem Baumkronenpfad in der Nähe des Wildparks Lüneburger Heide. Dort wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erstellt. Sicher scheint, dass nicht beide der rund 45 Kilometer voneinander entfernten Projekte von Investoren umgesetzt werden würden. Und Fördermittel vom Land Niedersachsen könnte vermutlich auch nur eines der beiden Projekte einstreichen. „Es ist wichtig, dass wir das nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern wir uns alle wirklich bemühen, sonst vergeben wir eine Chance“, sagte Ausschussmitglied Alfred Meyer (CDU). Martin Oesterley (CDU) betonte indes, die Akzeptanz des Projekts in Ebstorf: „Ich war auf mehreren Informationsveranstaltungen. Der Forst steht hinter dem Projekt, das Kloster und die Bürger auch.“ Ulrich von den Bruch, Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH, ist von dem Waldweltenweg, wie die Ebstorfer ihren Pfad nennen, ebenfalls angetan: „Das ist perfekt. Die Verknüpfung von Kultur und Natur wollen die Gäste.“

Zum Hintergrund: Das Projekt Baumkronenpfad wurde im Sommer vergangenen Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt (AZ berichtete). Die Idee des Weges über den Wipfeln spaltete die Zuhörer in zwei Lager: Einige sahen in dem Leuchtturm eine Möglichkeit für den Klosterflecken, sich touristisch neu zu orientieren und die Wirtschaft anzukurbeln. Andere sahen angesichts der mindestens 400 Besucher pro Tag, die der Weg anlocken müsste, damit sich die Anlage rentiert, ihre Ruhe gefährdet.

Von Wiebke Brütt

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