Kampf gegen Wasserbakterien / Erneutes Erhitzen der Leitungen

In Ebstorfs Turnhalle: Den Legionellen wird eingeheizt

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Duschen ist in der Ebstorfer Turnhalle nach wie vor tabu – noch immer sind die Leitungen von Legionellen befallen und werden zurzeit erneut desinfiziert.

Ebstorf. Es sind zwar deutlich weniger geworden, aber sie sind noch immer da: Legionellen bevölkern nach wie vor die Wasserleitungen im Turnhallengebäude der Ebstorfer Oberschule.

Der Landkreises Uelzen als Schulträger ist zurzeit dabei, den Wasserbakterien in einem zweiten Anlauf den Garaus zu machen.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres war, wie berichtet, eine sogenannte thermische Desinfektion der Rohre veranlasst worden – eine Fachfirma erhitzte die Leitungen, um die Legionellen zu vernichten. Zurzeit wird diese Maßnahme wiederholt, wie Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage erklärt, weil noch immer zu viele Legionellen nachgewiesen worden seien, als dass ihr Vorkommen als gesundheitlich unbedenklich hätte gewertet werden können.

Die Bekämpfung der Legionellen finde in enger Abstimmung zwischen Gebäudemanagement und Gesundheitsamt statt, sagt Martin Theine. Das Gesundheitsamt sei es auch gewesen, das von einer zunächst angedachten chemischen Maßnahme abgeraten habe. Stattdessen nun die erneute Erhitzung der Wasserleitungen und ein intensives Durchspülen derselben. Parallel dazu wird das Rohrsystem im Ebstorfer Turnhallengebäude nach sogenannten Totleitungen untersucht. Dabei handelt es sich um ungenutzte Wasserleitungen, die sich aus früheren Zeiten noch im Gebäude befinden, die aber nach dem Abbau von alten Sanitäranlagen nicht mehr genutzt werden. „Auch die“, so Theine, „könnten von Legionellen befallen sein.“

Mitte kommender Woche soll erneut eine Wasserprobe genommen und ins Labor geschickt werden, kündigt Theine weiterhin an. Mit einem Untersuchungsergebnis rechne der Landkreis dann bis etwa Anfang Februar. Bis dahin bleiben die Duschen weiterhin gesperrt.

Die Turnhalle allerdings kann seit Ende vorigen Jahres wieder genutzt werden, allein die Duschen sind tabu. Das haben die Lehrkräfte der Oberschule auch den Schülern eindringlich klar gemacht, sagt Schulleiterin Heike Matthies. Den Sportbetrieb habe die Sperrung der Turnhalle Ende letzten Jahres so gut wie gar nicht beeinträchtigt, so Matthias, weil sie in die Ferienzeit gefallen sei. „Es ist kaum Sport ausgefallen, sodass das alles bei uns nicht wirklich zum Tragen kam.“ Im Übrigen gebe es auch nur wenige Oberschüler, die nach dem Sportunterricht überhaupt duschten, merkt die Rektorin an. „Insofern war das Ganze ohnehin kein großes Problem...“

Von Ines Bräutigam

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