Neue Leitungen müssen her

Legionellen: Gesundheitsamt schlägt wegen unzulässiger Mischbatterie Alarm

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Im Dezember vorigen Jahres musste die Turnhalle in Ebstorf wegen Legionellenbefalls gesperrt werden. Inzwischen ist sie wieder nutzbar, die Duschen aber sind weiter tabu, denn jetzt muss ein komplett neues Wasserleitungssystem installiert werden.

Ebstorf. Seit Dezember vergangenen Jahres sind die Duschen in der Ebstorfer Turnhalle gesperrt – die Wasserleitungen sind, wie berichtet, mit Legionellen besiedelt.

Eine thermische Desinfektion gegen die Wasserbakterien noch im vergangenen Jahr hatte nichts gebracht, und inzwischen steht der Landkreis Uelzen als Schulträger vor einer ganz neuen Situation: Desinfektionen werden keine mehr durchgeführt, denn das Wasserleitungssystem muss jetzt komplett erneuert werden.

„Das Gesundheitsamt hat eine Gefährdungsanalyse erstellt“, erläutert Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage, „und im Laufe dieses Verfahrens wurde festgestellt, dass das Leitungssystem so nicht wieder in Betrieb genommen werden darf.“ Der Grund: Eine sogenannte zentrale Mischbatterie, wie sie in der Ebstorfer Turnhalle vorhanden ist, ist nach gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr zulässig.

Laut Theine werde also eine ganz neue Wasseraufbereitung installiert werden müssen, um der Trinkwasserverordnung gerecht zu werden. „Die alten Rohre werden abgeklemmt und bleiben erhalten“, sagt er. Was der Austausch des Systems kosten wird, sei zurzeit noch nicht zu beziffern. Klar sei aber: Bis Ende April soll dann das neue System eingebaut und sollen die Duschen endlich wieder nutzbar sein.

Die Sportvereine, die die Halle nutzen, sind wegen der gesperrten Duschräume in den vergangenen Monaten erfinderisch geworden. So hatte der TuS Ebstorf beispielsweise Shuttle-Busse organisiert, um Sportler nach Spielen und Trainings zum Duschen ins TuS-Vereinsheim zu fahren. Ein aufwendiges Unterfangen, wie TuS-Vorsitzender Heiko Senking bestätigt. Am meisten aber ärgere ihn, dass es seit Monaten keine Informationen über das weitere Vorgehen gegeben habe.

Von Ines Bräutigam

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