Klostervorplatz im Fokus

Der Ebstorfer Klostervorplatz soll auch nach der Umgestaltung im Rahmen der Städtebauförderung weiter multifunktional genutzt werden – einerseits Schulhof der Mauritiusschule, andererseits Klostervorhof.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. „Wenn man den Domänenplatz betritt, muss man schon spüren, dass es zum Kloster geht“, fasste Martin Diekmann vom Landschaftsarchitekturbüro lad+ aus Hannover die Grundidee seines Konzeptes zusammen. Denn im Rahmen der Städtebauförderung bleibt im Ebstorfer Gebiet „Klosterquartier“ kaum ein Stein auf dem anderen.

Nachdem kürzlich der gesamte Planungsentwurf mit Ideen für die Umgestaltung von Domänen-, Kirch- und Klosterplatz grob vorgestellt wurde (die AZ berichtete), rückte am Mittwochabend bei einer Sitzung des Arbeitskreises „Gestaltung Domänenplatz“ der Klostervorplatz in den Mittelpunkt – denn die Zeit drängt. „Spätestens Mitte Dezember müssen diese Ausführungspläne so weit sein, dass wir sie vorstellen können“, erklärte Bauamtsleiter Thorsten Brinck. Sonst gehen dem Flecken Fördergelder von Land und Bund verloren.

Nach aktuellen Planungen sollen die beiden großen Kastanien, die zurzeit noch auf dem Klostervorplatz stehen, gefällt werden. Ob neue Bäume gepflanzt werden sollen, darüber gab es auch unter den Mitgliedern des Arbeitskreises am Mittwoch unterschiedliche Meinungen. Dem einen wäre der Platz ohne Grün zu kahl, andere entdeckten in der Freifläche, die durch das Fällen der Bäume entstehen würde, neue Möglichkeiten: „Ebstorf ist ein musikalischer Ort. Ohne die Bäume könnte auf dem Klosterplatz zum Beispiel eine Bühne für Veranstaltungen aufgebaut werden“, wagte Erhard Peters, Vorsitzender der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) einen Blick in die Zukunft. Insgesamt soll der Platz eingeebnet werden. Die bestehende Treppe zum Schulhof der Mauritiusschule müsste dann etwas verlängert werden. Diekmann: „Der Platz wird so wesentlich offener.“

Zudem soll nach den Entwürfen des Architekturbüros im Eckbereich des Klosters ein Heckengarten entstehen. „Das würde das Kloster ein wenig abschirmen und könnte von der Schule als kleiner Schulgarten genutzt werden“, erläuterte Diekmann. Der Platz behält demnach auch nach der Umgestaltung seine Multifunktionalität als erweiterter Schulhof und Vorplatz des Klosters, wobei beide Teile optisch voneinander getrennt werden.

Für die Pflasterung sind derzeit Natursteine vorgesehen. Zwei Meter breite Gehbänder sollen alle drei Plätze miteinander verbinden und sie auch für gehbehinderte Gäste zugänglich machen. Für diese „Laufhilfen“ könnten 40 mal 60 Zentimeter große Granitsteine verwendet werden – ein Vorschlag, der bei manchem Zuhörer zunächst ungläubige Blicke hervorrief. „Es ist wichtig, dass das Material passt. Solche Platten kennt man auch aus Einkaufs- oder Fußgängerzonen. Für einen historischen Platz wäre es eher ungeeignet“, gab Jürgen Raabe zu bedenken, der als Anwohner des Domänenplatzes dem Arbeitskreis angehört. Diese ersten Bedenken konnten jedoch ausgeräumt werden. Werden die breiten Platten doch nur für die Gehbänder und nicht zur Pflasterung des ganzen Platzes verwendet. „Das ist dann wie ein schmales Band, eine kleine Fußgängerspur, die wie eine Intarsie eingelassen wird“, erklärte der Landschaftsarchitekt. „Ich glaube nicht, dass das jemanden stören wird.“

Die Anregungen aus dem Arbeitskreis werden nun nochmals im Bauausschuss des Klosterfleckens besprochen und danach im Verwaltungssausschuss diskutiert. Der Arbeitskreis trifft sich voraussichtlich Anfang 2011 das nächste Mal. Dann wird die Umgestaltung des Domänenplatzes Thema sein.

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