Klosterflecken verliert letzten Nahversorger in Nähe der Ortsmitte / Peters: „Brücke“ weggebrochen

NP-Markt schließt in einer Woche

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Mit einem Aushang macht der NP-Markt in Ebstorf auf seine Schließung aufmerksam.

Ebstorf. Der NP-Markt an der Ecke Bahnhofstraße/Sprengelstraße in Ebstorf schließt. Damit wird der letzte größere Nahversorger in der Nähe des Ortskerns ab dem 18. Januar dicht machen.

„Ich sehe da eine Brücke weggebrochen“, erklärt der Vorsitzende der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), Erhard Peters, und bedauert die Entscheidung des Betreibers des Marktes, des Unternehmens Edeka Minden-Hannover. Mit der „Brücke“ meint er den NP-Markt als Verbindungsglied zwischen dem „alten Ort“ im Ortskern und dem Einkaufszentrum am Kiebitzkamp, zwischen denen durch den schließenden Laden noch Laufkundschaft unterwegs war. Und der NP-Markt sei der Ort gewesen, zu dem ältere Ebstorfer, die kein Auto besitzen, noch gehen konnten, um ihre Einkäufe zu erledigen. „Nun waren das Einkaufstaschenkäufer: Wenn die Tasche voll ist, ist der Einkauf erledigt. Mit den geringen Mengen, die das bedeutet, macht der Markt natürlich nicht die Umsätze, die er braucht“, so Peters, „der NP-Markt schließt sicher nicht, weil er überrannt wurde.“

Das bestätigt der Betreiber des Marktes. „Der Betrieb war wirtschaftlich nicht mehr darstellbar“, so drückt es Alexandra Antonatus, Pressereferentin von Edeka Minden-Hannover, aus. Heißt: Es gab zu wenige Kunden. Die festangestellten Mitarbeiter seien auf die umliegenden NP-Märkte verteilt worden. Antonatus nennt die Märkte in Wriedel und Unterlüß. Noch bis Ende 2015 sei die Gesellschaft Mieter des Gebäudes, das der Helmut Müller Immobilien GmbH gehört. Sie kann das Gebäude untervermieten, Interessenten gebe es, mehr will Antonatus nicht preisgeben.

Bisher mussten Menschen vom Winkelplatz bis zum NP-Markt etwa 700 Meter gehen. Jetzt sind es 500 Meter weiter, was auch die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Inge Pfanzagl, beklagt. Der Ortsverein betreut unter anderen viele ältere Menschen im Klosterflecken. „Es bedeutet, dass die Senioren immer weiter in die Peripherie Ebstorfs müssen“, sagt sie.

Für den Klosterflecken bedeutet die Schließung eine weitere Entkernung der Ortsmitte. „Sehr bedauerlich“ findet das auch Bürgermeister Uwe Beecken. „Der Weg für die Älteren und Jüngeren zu einem Versorger wird dadurch natürlich länger“, sagt er. Er meint, dass man sich auch Lebensmittel liefern lassen könne. Wenn die Einkaufsmenge nicht reiche, könne man sich auch zusammenschließen und dann eine Nachbarschaftshilfe organisieren. Laut Beecken hätte die Kommune die Ansiedelung mehrerer Märkte im Außenbereich deshalb zugelassen, weil es noch einen Nahversorger in der Nähe des Ortskernes gegeben habe. Der letzte seiner Art schließt aber nun mit dem NP-Markt.

Von Kai Hasse

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