Wriedel: Interesse am Mitmachmarkt enttäuschend / Neues Konzept für Laden

Kleinere Fläche, weniger Zeiten

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Marianne Müller ist im Mitmachladen „Hausherrin“. Auf ihre Initiative ist das Projekt entstanden. Das Wriedeler Nachbarschaftsgeschäft ist nur noch unregelmäßig geöffnet.

Wriedel. Was ist los an der Hauptstraße 24 in Wriedel – da, wo früher mal der Schlecker-Markt war? Veränderungen werden sichtbar. Läuft der Mitmachmarkt? Noch? Doch! Aber verändert. Kurze Stippvisite bei Marianne Müller, der Initiatorin dieses Nachbarschaftsladens.

Kurz bevor sie an diesem Nachmittag gegen 16 Uhr abschließen möchte, lässt sie sich auf anstehende Fragen und ein nettes Gespräch ein. „Aber ja, den Mitmachmarkt gibt es weiterhin“, bringt sie es gleich auf den Punkt. „Aber wir haben uns verkleinert. Verkleinern müssen, aufgrund der Höhe der Heizkosten. Es muss sich ja rechnen.“ Im verlassen Teil werkeln Handwerker für eine Art „Kaffebüro“, ein Treff der Evestia GmbH, wie von einem Mitarbeiter zu erfahren ist.

Die Öffnungszeiten des Mitmachmarktes seien nunmehr seit Februar auch flexibel, sagt Müller. Es sei mit der Verkleinerung auf die Hälfte erstmal einiges „entmüllt“ worden, sehr viel Ware musste abgegeben werden und es hat alles noch nicht unbedingt seinen Platz.

Der große Tisch mit den Stühlen, der sich als Nachmittagstreff für so vier bis acht Frauen aus dem Ort etabliert hat, steht da. Auch die Fanartikel des örtlichen Sportvereins „TSV Wriedel“ haben ihren Platz gleich hinter der Eingangstür. Viele Bücher stehen sorgsam sortiert im Regal. Dann liegen da Haushaltsartikel, Möbelstücke, jede Menge Wolle, Flohmarktartikel. Ein Tresen. Und natürlich der Stand, an dem es frisch gekochten fair-trade-Kaffee gibt.

Marianne Müller wirkt ein wenig müde, wenn nicht gar resigniert. So hoffnungsvoll wagte sie Anfang September 2011 den „Sprung ins kalte Wasser“ mit diesem Mitmachmarkt.

Bei dem Projekt sollten möglichst viele mitmachen. „Das wäre es doch gewesen, es gibt so viele Menschen mit Talenten, Hobbys, Können und mehr. Warum macht jemand nur nette Holzartikel für Oster- und Weihnachtsmärkte, die hätten doch das ganz Jahr über hier laufen können, vielleicht auch entsprechend der Kundenwünsche. In einem selbst festgelegten Zeitraum hätte hier jede Frau und jeder Mann eine Arbeit, eine Dienstleistung, ein Hobby, ein Talent oder was ganz anderes präsentieren und markten können.“

Hätte. Passt eine solche Idee nicht in den Ort? Viele Meinungen gab es, Reaktionen, viel Schulterklopfen. „Die Anfangskosten auf Unterstützungsbasis sind gedeckt, beziehungsweise werden zurückgezahlt – wie versprochen.“

Doch Unkosten bleiben. Heizung, Strom, Telefon, Versicherung… freiwillige Spenden sind immer willkommen. Und willkommen sind natürlich Besucher. Nachmittags.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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