Gerüchteküche brodelt in Velgen / Deerberg setzt trotz Umsatzeinbruch auf zweistelliges Wachstum

„Kein Grund, schwarz zu malen“

+
Vom Kleinunternehmer im eigenen Wohnzimmer zum Versandhandel mit Millionenumsatz: So ließ sich Stefan Deerberg von der eigenen Werbeagentur porträtieren. Zum aktuellen Umsatzeinbruch sagt er: „Das ist bei weitem kein Grund, schwarz zu malen. In jedem Markt kommt sowas vor.“

Velgen. Die Gerüchteküche brodelt in Velgen. Seit bekannt wurde, dass Deerberg unter der Flaute im Online-Handel leidet, machen immer neue Mutmaßungen die Runde.

Von Entlassungen der Auszubildenden ist da die Rede, von Sparmaßnahmen bei den Katalogen, und sogar das firmeneigene Schiff namens „Lina“ soll angeblich versilbert werden, um Geld in die Kasse zu bekommen. Nichts von alledem kann Geschäftsführer Stefan Deerberg bestätigen. „Wir haben nur Probezeiten nicht verlängert“, betont der Firmengründer. Und es sei ein normaler Vorgang, wenn Azubis gehen müssten, die sich nicht bewährt haben.

Für jeden einzelnen, der gehen muss, ist die Nichtverlängerung eine Katastrophe. „Ich hab’ Wut im Bauch“, sagt eine junge Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Es gab viele Tränen.“

Für den Firmengründer ist die Flaute eine neue Situation. Seit Deerberg im eigenen Wohnzimmer 1986 mit einer Nähmaschine und Birkenstock-Musterschuhen startete, kannte das Unternehmen nur eine Richtung: Wachstum. Eine Geschichte wie vom Tellerwäscher zum Millionär. Noch 2013 legte der Betrieb in Velgen zweistellig zu. Der Jahresumsatz schnellte auf 57 Millionen Euro. Und Deerberg stellte 112 neue Mitarbeiter ein. 508 Menschen sind bei ihm in Lohn und Brot. Oder besser, waren. „Wir haben mit einem stärkeren Wachstum gerechnet. Das ist nicht eingetreten“, sagt Deerberg. Dennoch erwartet er keine roten Zahlen, sondern noch ein leichtes Plus am Ende des Jahres 2014. Ihm liegt daran, die überschießenden Gerüchte über wirtschaftliche Probleme zu dämpfen: „Das ist bei weitem kein Grund, schwarz zu malen. In jedem Markt kommt sowas vor.“ [...]

Von Gerhard Sternitzke

Der komplette Artikel steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Kommentare