Besitzer vermuten Gift im Wald / Ein Fall der Polizei gemeldet

Hundeköder in Ebstorf?

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Ebstorf. Eine Nachricht verunsichert derzeit Tierfreunde im Klosterflecken Ebstorf: Ein Hund sollte durch Giftköder in ortsnahen Waldgebieten vergiftet worden sein.

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Der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf und der Polizei Ebstorf wurde der Fall gemeldet, auf der Internet-Plattform Facebook wird ebenfalls vor den Ködern gewarnt. Polizeisprecher Kai Richter betont indes: „Es gibt keine Hinweise dafür, dass in Ebstorf ein Hundehasser unterwegs ist. Wir warnen vor einer Hysterie“. Am Mittwoch soll ein Hund im Wald nahe des Ortsausganges in Richtung Vinstedt Gift gefressen haben. Er soll daraufhin in der Nacht Blut gespuckt und vom Tierarzt behandelt worden sein. Das Tier ist inzwischen auf dem Weg der Besserung.

„Man kann vermuten, dass es sich um einen Fleischköder gehandelt hat“, sagt Revierförster Karsten Lührs. Bisher seien ihm solche Fälle in und um Ebstorf aber nicht bekannt gewesen. „Wir beobachten das weiter.“ Er rät Hundebesitzern, ihre Tiere im unübersichtlichen Gelände an die Leine zu nehmen.

Tierarzt Markus Trumpa, der in Ebstorf eine Praxis betreibt, mahnt zu schnellem Handeln, falls sich ein Tier tatsächlich vergiftet hat: „Wenn der Hund etwas gefressen hat, hat man nicht viel Zeit.“ Der Gang zum Tierarzt sei unerlässlich, weil nur der den Vierbeiner sicher zum Erbrechen bringen kann – die einzige Möglichkeit, das Gift aus dem Magen zu bekommen. Und das klappt eben nur innerhalb eines kleinen Zeitfensters – solange das Gift noch nicht in den Darm gelangt ist und von dort aus im Körper Schaden angerichtet hat. Klassische Symptome einer Vergiftung seien starkes Speicheln, Bluten aus verschiedenen Körperöffnungen und allgemein ein schlechtes Gemeinbefinden des Tieres. Trumpa: „Halter sollten im Zweifel einen Tierarzt kontaktieren.“ Er weist jedoch darauf hin: Schädlich kann für Hunde nicht nur das mehrfach mit illegalen Hundeködern in Verbindung gebrachte Rattengift sein. Auch verdorbenes Brot oder legal ausgebrachte Schädlingsvernichtungsmittel können den Vierbeinern zusetzen.

In den vergangenen Wochen wurden mehrfach, wie berichtet, mögliche Giftköder im Uelzener Stadtforst gemeldet. Mitte Januar war ein Hund sogar an einer Vergiftung gestorben. Anfang Februar sollen mutmaßliche Giftköder bei der Uelzener Stadthalle gefunden worden sein, kurz darauf auch im Stadtforst.

Von Wiebke Brütt

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