Grüne fordern Konzept für den Klosterflecken Ebstorf / Verwaltung soll Betreuung sicherstellen

Hortplätze für Grundschüler

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Kinder können freiwillige Nachmittagsangebote in der Lehreinrichtung am Klostervorplatz wahrnehmen oder in den Räumen von Vereinen, mit denen die Schule in Kooperation steht. Den Transport zu Sportplatz oder Veranstaltungsräumen regelt ein Bustransfer.

Ebstorf. Die Betreuung von Grundschulkindern muss auch am Nachmittag gesichert sein – diese Forderung vertreten die Grünen des Klosterfleckens Ebstorf.

Sie fordern per Antrag die Verwaltung auf, den Bedarf an Hortplätzen in der Gemeinde zu ermitteln und bis Ende November ein Betreuungskonzept für Grundschulkinder vorzulegen.

Der Grund dafür, dass die Politiker solch konkrete Fristen setzen und die Diskussion damit anfeuern, liegt in der unsicheren Situation des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses (MGH). Dort werden Grundschulkinder nämlich derzeit in der „KLEXX-Gruppe“ mit Mittagessen versorgt und nachmittags betreut – eine Zusatzleistung, die Eltern zwar separat bezahlen müssen, auf die sie sich im Gegenzuge aber verlassen können. Ende des Jahres stellt das Land Niedersachsen jedoch die finanzielle Förderung des MGH – 45 000 Euro im Jahr – ein. Das MGH müsste künftig allein mit den 30 000 Euro, die der Klosterflecken im Haushalt bereitstellen kann, finanziert werden. In welcher Form das von 2013 an gelingt, ist noch unklar. Den Vertrag mit dem bisherigen Betreiber des MGH, dem Diakoniewerk Jerusalem, hat die Gemeinde inzwischen gekündigt – aus Kostengründen. Eine Stelle für den weiteren Betrieb des Hauses ist ausgeschrieben. „Wie es im MGH nächstes Jahr weiter geht, ist noch unsicher. Und ich habe einfach Angst, dass wir Anfang des Jahres da stehen und nicht wissen, was wir machen sollen“, erklärt Ratsfrau Gudrun Klippe (Grüne) ihre Beweggründe für den Antrag. „Die Betreuung von Grundschulkindern nach der Schule ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet werden kann.“

Im Juni dieses Jahres war die Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern bereits im Sozialausschuss des Klosterfleckens Thema: Laut einer Umfrage im DRK-Kindergarten wünschten sich die Eltern von 28 künftigen Erstklässlern eine verlässliche Betreuung für ihren Nachwuchs.

Auch Thomas Gudeller, Rektor der Ebstorfer Grundschule, bestätigt diesen Eindruck: „Es gibt den Wunsch von Eltern, dass eine Hortgruppe angeboten wird.“ Die rund 320 Grundschüler der Mauritiusschule werden in den ersten und zweiten Klassen bis 12.45 Uhr betreut, in den dritten und vierten Klassen bis 13.15 Uhr. „Wir haben kein verbindliches Nachmittagsprogramm“, erklärt Thomas Gudella. Mittagessen bekommen die Kinder, wenn gewünscht, derzeit im MGH. Einige Kinder bleiben freiwillig auch nachmittags in der KLEXX-Gruppe des Mehrgenerationenhauses, machen dort Hausaufgaben oder spielen. „Andere kommen nach dem Mittagessen auch wieder zu uns in die Schule und nehmen an AGs teil“, erklärt Schulleiter Gudella.

Die freiwilligen Nachmittagsangebote der Grundschule nehmen die Kinder entweder direkt in der Lehreinrichtung am Klostervorplatz in Ebstorf wahr oder in den Räumen von Vereinen, mit denen die Schule in Kooperation steht. Der Transport der Mauritiusschüler zu Sportplatz, Proberäumen oder anderen Einrichtungen wird über einen von der Schule eingerichteten Bustransfers geregelt und ist damit gewährleistet.

Von Wiebke Brütt

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