Ein Herz für Hengste

Verfolgungsjagd mit gutem Ende: Landora konnte den schwarzen Hengst mit Hilfe eines Mannes dann doch einfangen.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. Landora Meyer hat ein Herz für Pferde – das bewies die Zehnjährige nun schon zum zweiten Mal. Am Sonntag rettete das Mädchen aus Groß Süstedt einen Hengst, der durch Ebstorf irrte.

Aber alles der Reihe nach: Auf dem Rückweg vom Besuch ihrer Großmutter entdeckte Landora plötzlich das Pferd als es in Richtung Lüneburger Straße ging. „Es lief auf dem Bürgersteig und ich dachte erst noch, dass ist sicher nicht schlimm. Das führt sicher jemand“, erklärt Landora. Doch dem war nicht so. Ganz allein, nur mit einem Halfter ausgestattet trabte das Tier durch die Gemeinde. „Es ging einfach so die Straße entlang, als würde es sich in den normalen Straßenverkehr einordnen“, erinnert sich Petra Meyer, die Mutter des Kindes. „Landora hatte trotzdem sofort gesehen, dass da was etwas nicht stimmt.“

Kurzerhand halten Landora und ihre Mutter an, parken das Auto und verfolgen den Hengst. „Das war ein riesiges schwarzes Tier Es war klar, dass Landora es nicht alleine einfangen konnte“, berichtet Petra Meyer.

Einfach wegtraben lassen wollen sie das Tier aber auch nicht – schließlich wusste bis dahin niemand, wo der Vierbeiner ausgebüchst ist. Hilfe organisieren sich die beiden darum gleich zweifach: Sie fahren zunächst zur Polizeistation Ebstorf, die nicht besetzt war, und versuchen dann sich über die Profis vom Reiterhof Bruns Verstärkung zu organisieren. „Da haben wir uns dann Zügel und einen Strick besorgt“, sagt Landora. Damit ausgestattet rückten sie dem Tier auf die Pelle. Denn der Hengst stolzierte indes wenig beeindruckt weiter die Lüneburger Straße entlang in Richtung Kreuzung. „Ein Mann half uns dann den Hengst in einen Hinterhof zu treiben und dort einzufangen“, erklärt Petra Meyer.

Vergangenes Jahr hatte das zehnjährige Mädchen schon einmal Retterqualitäten bewiesen. Damals kam ein Pferd im Fluss Gerdau bei Groß Süstedt in Bedrängnis. „Es war von der Weide in den Fluss gestürzt und kam die hohe und steile Böschung nicht mehr alleine hoch“, schildert die Fünftklässlerin. Die Pferdenärrin konnte das natürlich nicht auf sich beruhen lassen – sie beruhigte den Vierbeiner mit Fingerspitzengefühl und als Feuerwehr und ein Trecker zur Hilfe anrückten, konnte das Pferd dann behutsam aus seiner misslichen Lage befreit werden.

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