Heiko Senking tritt an

Heiko Senking.

Ebstorf . „Wir sollten den politischen Gegnern jemanden präsentieren, der das Heft für den Flecken in die Hand nehme kann“, appelierte Heiko Senking auf Mitgliederversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft Ebstorf (UWE) am Mittwoch.

Dass er selbst am Ende diese Rolle übernehmen sollte, war dem Vorsitzenden der Fleckenfraktion zu diesem Zeitpunkt sicher noch nicht ganz klar. Einstimmig wählten die Mitglieder den 45-jährigen Senking dann aber zu ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl für den Klosterflecken im September.

Im Vorfeld war noch ein anderer Mann für die Spitze im gespräch gewesen: Bürgermeister Uwe Beecken – noch CDU-Mitglied – hatte Interesse an einer Zusammenarbeit signalisiert. Beecken hat im Dezember bekannt gegeben, dass er nicht wieder für die Christdemokraten wohl aber für den Bürgermeisterposten kandidieren wird. Inzwischen ist er aus der CDU-Fleckenfraktion ausgeschlossen worden (die AZ berichtete).

„Wir haben Uwe eine goldene Brücke gebaut, aber er will sein Ding alleine machen. Wenn er nicht den Weg zu uns findet, ist es klar, dass wir einen eigenen Kandidaten finden“, fand Rolf-Dieter Lüllau, Vorsitzender der UWE-Fraktion der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf, deutliche Worte. Und auch Heiko Senking machte keinen Hehl daraus, dass man Uwe Beecken prinzipiell gerne an Bord gehabt hätte: „Wir haben Gespräche mit Uwe Beecken geführt. Grundsätzlich sind wir uns eingig, dass wir gemeinsam etwas für den Ort tun wollen. Leider geht es dann aber doch manches Mal eher um Posten, als um die Sache – und wir definieren uns eben über die Sache.“

Eine gemeinsame Liste von der UWE und Uwe Beecken wird es zur Kommunalwahl 2011 also nicht geben. Eine Zusammenarbeit nach der Wahl schließt die UWE hingegen nicht aus.

Auch hinsichtlich der neuen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf positionierte sich die UWE am Mittwoch. Hier ist Torsten Wendt, der schon jetzt Bürgmerister der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf ist, ihr Mann. Mit einer Enthaltung beschlossen die Mitglieder den alten Samtgemeindebürgermeister beim Rennen um den neuen Posten zu unterstützen. „Wir sehen uns als Stimme Ebstorfs bei der Fusion mit der Samtgemeinde Bevensen. Darum werden wir auch im Fusionsprozess souverän bleiben“, erklärte Senking, „darum macht es Sinn, den Mann zu unterstützen, der hier wohnt und die alte Samtgemeinde repräsentiert. Schließlich hat er seine Sache bisher ja auch gut gemacht.“ Bisher habe noch keine Partei ernsthafte Sachdiskussionen mit der UWE führen wollen. Die kompletten Listen mit Kandidaten für Flecken- und Samtgemeinderat sowie Kreistag wird die zurzeit 39-Mitglieder starke UWE vorraussichtlich im April vorlegen.´

Von Wiebke Brütt

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