Ebstorfer UWE-Mann gibt stellvertretenden Vorsitz ab und wird nicht für die Kreistagswahl kandidieren

Wütend auf Kreispolitik: Heiko Senking schmeißt hin

ib Ebstorf/Landkreis. Heiko Senking hat die Nase voll. Der stellvertretende Vorsitzende der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) im Landkreis Uelzen erklärte heute seinen sofortigen Rücktritt von seinem Amt als stellvertretender Kreisvorsitzender.

Auch für die kommende Kommunalwahl im September will der Ebstorfer nicht mehr auf Kreisebene kandidieren.

„Eine Partei beziehungsweise Gruppierung, die den Bau eines Kreishauses befürwortet, kann und werde ich nicht unterstützen“, erklärt Heiko Senking. „Der Zustand von Kreiseigentum ist eine Zumutung für den Bürger.“

Heiko Senking

Der Groll des Ebstorfers sitzt tief. Vor allem an der aktuellen Situation der Ebstorfer Oberschule reibt sich Senking auf: Die Turnhalle habe Löcher im Boden, Installationen seien verrottet, Legionellen würden – wie berichtet – Monate lang in den Leitungen sitzen. „Sei es eine Oberschule, die seit Jahren im Bau ist und Lehrer wie Schüler ständig improvisieren lässt. Sei es die Pflegesituation der kreiseigenen Gebäude“, zählt Heiko Senking beispielhaft auf, was ihn wurmt.

„Weiterhin wird seitens der Politik nach wie vor keine Dienstaufsicht über das Konstrukt IT-Verbund ausgeübt“, kritisiert er, „und die Verkehrsschau lässt einem Ebstorfer die Zornesröte ins Gesicht schnellen, wenn man nur an die Bahnhofstraße und die Querungsmöglichkeiten denkt.“

Heiko Senking bleibt Vorsitzender der UWE (Unabhängige Wählergemeinschaft Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf). Die UWE bildet gemeinsam mit der FBE (Freie Bürgerliste Ebstorf) die Mehrheitsgruppe im Rat des Klosterfleckens Ebstorf.

Wie berichtet, hatte die UWG-Fraktion im Uelzener Kreistag jüngst vorgeschlagen, das kreiseigene Gelände des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses in Bad Bevensen für den Bau eines neuen Kreishauses zu verwenden. Die UWG, so hatte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Uwe Beecken vor einiger Zeit dazu erläutert, gehe nämlich von mindestens 50 Millionen Euro an Investitionskosten für ein neues Kreishaus aus. Daher solle am Bauplatz gespart und auf bereits im Besitz des Landkreises vorhandene Grundstücke zurückgegriffen werden.

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