Größte Kraft mit erstem Kandidat

Vorentscheidung bei der CDU: Joachim Dassinger (Mitte, rechts) hat den Rückhalt der Ortsverbandsvorsitzenden und des CDU-Kreisvorsitzenden Jörg Hillmer für eine Kandidatur.

Hohenbünstorf - Von Marc Rath. Die Christdemokraten der Samtgemeinden Bevensen und Ebstorf sind die ersten, die sich für den Wahlkampf um den Bürgermeisterposten für die fusionierte Samtgemeinde aufstellen. Am Donnerstagabend nominierten die CDU-Spitzen und Mandatsträger beider Samtgemeinden den Dahlenburger Samtgemeindebürgermeister Joachim Dassinger als Kandidaten für die Wahl am 11. September 2011.

„Als stärkste Kraft wollen wir unseren Wählern einen kompetenten Kandidaten präsentieren, der den Herausforderungen einer Fusion gewachsen ist. Er ist in der Lage, die notwendigen Strukturierungsprozesse fachlich und organisatorisch umzusetzen“, begründete Bad Bevensens Ortsverbandsvorsitzender Hans-Bernd Kaufmann das Votum für den 49-jährigen Diplom-Verwaltungswirt. „Herr Dassinger verfügt über Erfahrungen in großen und kleinen Verwaltungen“, verwies Kaufmann bei der Vorstellung auf dessen 25-jährige Laufbahn als Berufsbeamter der Stadt Frankfurt, bevor er 2006 nach Dahlenburg kam.

Der Altenmedinger CDU-Ortsverbandsvorsitzende Willi Scharnhop hatte bereits vor anderthalb Jahren über die Kreisgrenze hinweg erste Kontakte zu dem Verwaltungschef des Nachbarn im Norden geknüpft. „Wir sind froh, dass wir so eine fachkompetente Spitzenkraft gefunden haben“, freute sich am Donnerstagabend nach Dassingers Nominierung auch Ebstorfs CDU-Chef Ulf Schmidt. Die Christdemokraten gehen von einem hochkarätigen Bewerberfeld bei der Samtgemeindebürgermeisterwahl aus, denn sie erwarten, dass Ebstorf Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt (parteilos) und der Bevenser Allgemeine Vertreter Hans-Jürgen Kammer (SPD) zur Wahl um das Spitzenamt antreten werden. Schmidt: „Das wird ein schwieriger Wahlkampf. Wir wollen dabei das Optimum herausholen.“

Schmidt, Kaufmann und Scharnhop hatten ihren Vorschlag in den vergangenen Wochen diskret eingefädelt. Vor zwei Wochen trafen sich die sieben Ortsverbandsvorsitzenden zur ersten Vorbesprechung. Erst am Donnerstagabend lüfteten sie die Personalie in der Gaststätte Wilhelms. Dazu hatten sie sämtliche christdemokratischen Vorstands- und Ratsmitglieder aus beiden Samtgemeinden eingeladen. Anderthalb Stunden berieten die hinter geschlossenen Türen erstmals in dieser Konstellation. Danach gab es viel Beifall für Dassinger. Noch im November wollen ihn die Christdemokraten auf einer Gesamtmitgliederversammlung offiziell zum Kandidaten küren.

Dassinger selbst will sich auch dann erst zu seinen Ambitionen und Vorstellungen äußern. Vor vier Jahren gelang ihm aus 500 Kilometern Entfernung in Dahlenburg der Überraschungscoup: Der damals parteilose Hesse war nach einer bundesweiten Ausschreibung Kandidat der Christdemokraten geworden. Dassinger investierte 50 Urlaubstage, lernte nach eigenen Angaben 70 Prozent der Wähler bei Hausbesuchen kennen und siegte so gegen den lokalen SPD-Bewerber.

Sein Kontrahent blieb ihm jedoch als Kämmerer erhalten, und da es der CDU nicht gelungen war, im Samtgemeinderat eine Mehrheit zu erzielen, stehen seither zahlreiche Hakeleien auf der Tagesordnung der Dahlenburger Kommunalpolitik. Zwei Mal versuchte Dassinger bereits den Absprung. Nach 15 Monaten im Amt bewarb er sich um einen Stadtratsposten in Mannheim, kam aber nicht zum Zuge. Ein zweites Wahlwunder scheiterte ebenfalls: Im vorigen Jahr hatte Dassinger erfolglos versucht, Oberbürgermeister im hessischen Hanau zu werden.

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