Gerangel um Spielplatz

Die Beschaffenheit des Wriedeler Spielplatzes an der Lüneburger Straße führte vergangenen Sommer zu kritischen Stimmen aus den Reihen der FDP. Foto: Ph. Schulze

Wriedel. Ein Spielplatz sorgt in Wriedel weiterhin für erhitzte Gemüter. Genauer gesagt ein Spielplatzkonzept: Denn der Entwurf zur Umgestaltung des Geländes an der Lüneburger Straße liegt seit sechs Monaten bei der Gemeinde – umgesetzt wurde es bisher nicht.

Stefan Mertins (FDP) ist sauer, denn sein Konzept eines Generationenspielplatzes findet seiner Meinung nach im Gemeinderat kein Gehör. Den Spielplatz an der Lüneburger Straße wollte er mit einer Sommerlaube samt Grillplatz, einer Boulebahn, einem Seilgarten und einem Barfußpfad ausstatten – so dass hier ein Platz für die ganze Familie entsteht. „Die Holzarbeiten hätte ich mit meiner Zimmerei gemacht“, erklärt er. Die Finanzierung sollte über Spenden und Fördergelder laufen, die er über seinen Verein „Quad- und ATV-Club“ einwerben wollte. „Wir hätten für fünf Jahre die Patenschaft übernommen und uns um die Pflege der Anlage gekümmert“, sagt Mertins. Dass die Gemeinde das Konzept seinem Eindruck nach über Monate in der Schublade liegen lässt, ärgert ihn darum doppelt: „So sind uns Fördergelder durch die Lappen gegangen, mit denen hätten wir letztes Jahr schon mit den Umbauten beginnen können.“

Wriedels Bürgermeister Peter-Uwe Breyer versichert jedoch, eine Arbeitsgruppe beschäftige sich mit dem Konzept. Und Jörg Stamer, Vorsitzender der FDP, der in der Arbeitsgruppe Spielplatz mitarbeitet, versichert, dass man sich des Konzeptes sehr wohl angenommen habe, „aber in der vorgeschlagenen Form ist es einfach nicht umsetzbar“. Die Fördergelder, die Stefan Mertins einwerben wollte, wären an das Modell Generationenplatz gebunden. Dieser kann aber aufgrund der Bodenbeschaffenheit an der Lüneburger Straße nicht installiert werden – auf dem Platz fließt Regenwasser nur schlecht ab. Stamer: „Wir sind gerade an einem Kompromiss dran. Der Spielplatz an der Lüneburger Straße soll weiter saniert werden und auch der zweite Wriedeler Spielplatz soll einbezogen werden.“

Im Umkreis des Spielplatzes an der Lüneburger Straße wohnen derzeit 73 Kinder, der zweite Platz an der Steinkämpe wird von etwa 40 Kindern genutzt. Finanziert werden müssten die Sanierungen nach Auskunft der Gemeinde durch freiwillige Mittel: „Alle zusätzlichen Umbauten müssten über freiwillige Mittel bezahlt werden. Die wiederum müssen vom Landkreis genehmigt werden.“

Begonnen hatte die Diskussion um den Spielplatz im vergangenen Sommer. Durchgefaulte Holzgerüste und mit Splittern gespickte Bänke machten Stefan Mertins Sorgen. Er forderte gemeinsam mit der FDP die Instandsetzung des Spielgeländes. Das sei nach Auskunft von Bürgermeister Breyer inzwischen geschehen: „Der Spielplatz ist nutzbar. Was kaputt war, wurde repariert.“ So seien der Sandkasten frisch befüllt, faulige Holzbalken ausgetauscht und zusätzliche Bänke aufgestellt worden.

Von Wiebke Brütt

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