Ganztagsschule für Ebstorf?

Schulleiter Johannes Vogt-Krause will für „seine“ Schüler ein Ganztagsangebot vorhalten. Archivfoto: Ph. Schulze

Ebstorf - Von Ines Bräutigam. Die Hauptschule in Ebstorf soll ab dem kommenden Schuljahr 2010/11 als Ganztagsschule geführt werden. Nachdem bereits der Schulvorstand und der Schulelternrat diesem Vorhaben zugestimmt haben, hat jetzt auch der Schulausschuss des Landkreises Uelzen – der Kreis ist Schulträger – grünes Licht dafür gegeben.

Die Schulleitung geht davon aus, dass bei einer Anzahl von rund 150 Schülern etwa 25 bis 35 Schüler am Nachmittagsangebot teilnehmen werden – so haben es zumindest Erfahrungen an anderen offenen Ganztagsschulen gezeigt.

Die Ebstorfer Hauptschule ist für die Umstellung schon gut gerüstet: Die räumlichen Gegebenheiten, was das Mittagessen betrifft, sind mit der Caféteria bereits vorhanden. Lediglich Mobiliar ist noch erforderlich, und das kann zu einem großen Teil aus dem Schulbudget finanziert werden, stellt Schulleiter Johannes Vogt-Krause in seinem Antrag den Landkreis in Aussicht.

Zwar gehe man mit der benachbarten Realschule in Sachen Ganztagsschule noch nicht im Gleichschritt, im Bereich des Mittagessens und Nachmittagsangebotes sei eine Öffnung für die Schüler der Realschule aber durchaus denkbar. Martin Oesterley (CDU) nahm diesen Ball im Kreisschulausschuss auf: Er habe die Hoffnung, sagte er, dass sich die Realschule Ebstorf dieser Initiative auch anschließt.

Das Mittagessen soll in den Räumen der Küche und Caféteria ausgegeben werden. Die Kosten für die Ausstattung und Renovierung werden voraussichtlich 7500 Euro betragen, sollte sich aber die Übernahme von vorhandenen Möbeln anbieten, könnten die Kosten um 1500 Euro gesenkt werden.

Die Hauptschule in Ebstorf will ab kommendem Schuljahr an vier Nachmittagen ein freiwilliges Nachmittagsangebot für die Schüler vorhalten, einschließlich einer warmen Mahlzeit in der Mittagspause. Damit kommt sie einem vielfachen Wunsch der Elternschaft entgegen, die Einrichtung einer Ganztagsschule sei „im Grunde überfällig“, heißt es in dem Antrag der Schule.

Eine der ganz wenigen Fragen, die noch nicht beantwortet werden konnten, ist das Konzept des Essensangebots. Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten: 1. die Schule sorgt dafür, dass die Schüler frisch zubereitete Mahlzeiten erhalten; 2. das Essen wird von einer geeigneten Einrichtung angeliefert und die Mahlzeiten lediglich an die Schüler verteilt. Unter Berücksichtigung des logistischen, personellen und finanziellen Aufwands soll hierüber noch verhandelt werden.

Das Nachmittagsangebot soll derweil – wie an anderen offenen Ganztagsschulen auch üblich – aus Aktivitäten bestehen, die den Schülern eine sinnvolle Freizeitgestaltung ermöglichen, aber auch Fördermaßnahmen und eine wirksame Hausaufgabenhilfe beinhalten. Als mögliche Kooperationspartner kommen hier das Mehrgenerationenhaus, der TuS, das Turnerblasorchester und die Ebstorfer Musikgemeinschaft in Frage.

Schulleier Vogt-Krause sieht die Ganztagsschulpläne auch vor dem Hintergrund der Diskussion über die zukünftige Schullandschaft im Kreis Uelzen für gerechtfertigt an. Die Ebstorfer Hauptschule sei in den Jahrgängen fünf bis acht stabil einzügig, in den Jahrgängen neun und zehn stabil zweizügig.

Sie werde deshalb auch in den nächsten Jahren noch eine Daseinsberechtigung als selbstständige Schule haben. Auch wenn der Schulentwicklungsplan auf längere Sicht eine zusammengefasste Haupt- und Realschule in Ebstorf vorsieht, wäre der Status der Hauptschule als Ganztagsschule nicht von Nachteil.

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