Kritik im Rat an Ausrichtung des Touristischen Dienstleistungszentrums

Klosterflecken Ebstorf fühlt sich missachtet

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Die Vermarktung der Region durch das Touristische Dienstleistungszentrum der Vital-Heide konzentriere sich zu sehr auf Bad Bevensen und vernachlässige die kleineren Partner, kritisierten jetzt Ebstorfer Ratsmitglieder. 

Ebstorf. „Die Gewichtung an sich ist nicht fair. Andere Gemeinden sind unterrepräsentiert im Gegensatz zu Bevensen“, kritisierte Ulf Schmidt (CDU), erster stellvertretender Bürgermeister des Klosterfleckens Ebstorf, jetzt im Rat das Touristische Dienstleistungszentrum (TDZ) Vital-Heide.

Auf der Sitzung des Klosterfleckenrates ging es um eine Aktualisierung des Kooperationsvertrages der Partner.

Zwar wurde dieser mit elf Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen und einer Nein-Stimme angenommen. Doch wurde auch Kritik an der Stimmengewichtung und Ausrichtung der Vital-Heide laut. Denn die Zahl der Stimmen in den TDZ-Gremien orientiert sich ausschließlich an den eingebrachten Finanzmitteln, sodass die Kurstadt Bad Bevensen und die Bad Bevensen Marketing (BBM) zusammen in der Arbeitsgruppe der TDZ sowie im Beirat acht Stimmen haben – genau so viele wie die restlichen Partner zusammen.

„Ich sehe persönlich nicht, dass es den Klosterflecken auch nur einen Schritt voranbringen wird“, erklärte Heiko Senking (UWG), Ebstorfs zweiter stellvertretender Bürgermeister. Insgesamt überzeuge ihn das Konzept nicht. Um den Klosterflecken nach vorne zu bringen, müssten eigene Ideen her, forderte er.

„Die neuen Inhalte dienen einer Schärfung des Profils der Vitalheide“, erklärte hingegen Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf. Auch Bürgermeister Uwe Beecken (FBE) warb für die Änderungen im Kooperationsvertrag. Die Vital-Heide sei ein wichtiger Faktor, denn heutzutage müsse Tourismus in größerem Rahmen gedacht werden. Das habe bisher aber noch nicht perfekt geklappt.

Es sei ja schön, wenn sich die Touristiker mal wieder ein Konzept überlegten, meinte Hans Peter Hauschild (SPD). „Aber sie sollten sich endlich um ihren eigentlichen Zweck kümmern und Werbung für die Region machen“, forderte er. Vor allem fehle es an Werbung und Ideen für die kleineren touristischen Ziele. So drohten diese hinten herunter zu fallen – und könnten so aus dem Blickfeld geraten.

Das betonte auch Schmidt: „Der Klosterflecken muss nach vorne gebracht werden. Da ist es kritisch, wenn sich alles auf Bevensen konzentriert.“ Das gelte nicht nur für den Tourismus des Klosterfleckens. Auch für Ziele in kleineren Gemeinden müsse mehr gemacht werden, etwa für die Ellerndorfer Wacholderheide, betonte Schmidt.

Von Lars Lohmann

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