Drei Monate lang tat sich nichts: Prüfstatik für Betonteile fehlte

Baustopp für das neue Feuerwehrhaus in Wriedel

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Die Betonwinkel, die bereits auf der Baustelle lagern, sind schuld daran, dass der Neubau des Feuerwehrhauses in Wriedel-Schatensen seit einem Vierteljahr ruht.

Wriedel/Schatensen. Stille hinter dem Supermarkt in Wriedel: Anfang Juni wurde hier das Feuerwehrhaus abgerissen. Boden wurde aufgeschüttet, neue Abwasserschächte ragen aus dem Baugrund, Betonelemente liegen bereit.

Von Bauarbeitern keine Spur: Die Baustelle liegt seit drei Monaten brach. Jetzt schlägt Bürgermeister Werner Harneit Alarm. Wie geht es weiter mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses? Das wollte der CDU-Politiker im Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf wissen, der am Donnerstag in Ebstorf tagte.

„Vor drei Monaten gab es einen Baustopp. Das Material verschimmelt mittlerweile“, mahnt Harneit. „Es besteht die große Sorge der Feuerwehr, die sich verpflichtet hat, Mehrkosten durch Eigenleistung auszugleichen, dass noch mehr Eigenleistungen herangezogen werden“, berichtet der Bürgermeister weiter.

Dass die Baustelle bereits ein Vierteljahr ruht, das hat etwas mit mit den großen Betonwinkeln zu tun, berichtet Bauamtsleiter Roland Klewwe. Für diese Bauteile, die das aufgeschüttete Gelände mit Fahrspur und Parkplätzen abstützen soll, habe der Landkreis weitere statische Nachweise verlangt. „Wir waren davon ausgegangen, dass die Fertigbetonteile ohne weitere Prüfung verwendet werden können“, erklärt Klewwe. Eine Einschätzung, die sich als verhängnisvoll herausstellte, denn die weitere Bearbeitung verzögerte sich laut Klewwe zusätzlich durch eine langwierige Erkrankung des zuständigen Mitarbeiters im Bauamt. Die Baugenehmigung lag bereits am 11. Juni vor. Die geforderten Berechnungen will die Samtgemeinde in der nächsten Woche nachreichen.

Eine Mitschuld gibt der Bauamtsleiter auch der Wriedel-Schatenser Feuerwehr. „Der dritte Grund, der zur Verzögerung führte“, so Klewwe, „war, dass die Feuerwehr im August einen Antrag auf ein viertes Tor stellte, so dass die weitere Bearbeitung gestoppt wurde.“ Dieser Antrag sei später wieder zurückgezogen worden. Die Stützpunktfeuerwehr verfügt neben ihren drei regulären Fahrzeugen über ein zusätzliches vom Landkreis. Schon im Vorfeld war lange über den Neubau gestritten worden, der laut Planung auf 600 Quadratmetern drei Fahrzeugboxen, Umkleide, Sanitärbereich, Schulungs- und Jugendraum enthält.

Ob sich das 900 000-Euro-Projekt verteuert, steht noch nicht fest. Die Feuerwehr werde aber nicht dafür herangezogen. Allerdings sei mit einer Verlängerung des Provisoriums – die Wehr ist zurzeit in einer Gewerbehalle einquartiert – zu rechnen. Denn die Feuerwehrleute können erst im nächsten Mai mit ihrer Arbeit beginnen. Der Fertigstellungstermin verschiebt sich auf Februar, März 2017.

Von Gerhard Sternitzke

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