Wriedel: Opposition im Gemeinderat fordert von Bürgermeister Breyer mehr Information

„Das ist ein Skandal“

Auf dem Herbstmarkt haben sie noch gemeinsam gefeiert: Peter-Uwe Breyer (Mitte) und Marianne Müller (re). Foto: Ph. Schulze

Wriedel. Informationen werden zurückgehalten, Akteneinsichten verwehrt, Anträge nicht bearbeitet und Fragen mit einem pauschalen „Das geht euch nichts an“ abgetan – Vorwürfe, die an die Adresse von Wriedels Bürgermeister Peter-Uwe Breyer (CDU) gehen.

Zusammen mit der Verwaltung soll er bewusst die Ratsarbeit behindern. Das behauptet zumindest die Opposition aus SPD, UWE und FDP im Gemeinderat. „Die CDU hält uns sehr kurz“, sagt SPD-Vorsitzende Marianne Müller. Auch auf Nachfrage habe sie zu aktuellen Themen in der Gemeinde keine oder nur unzureichende Informationen bekommen. Etwa seit Mai letzten Jahres sei sie mit solchen Situationen vermehrt konfrontiert gewesen. So seien die Ratsleute beispielsweise zu Ortsterminen bestellt worden, ohne Information darüber, was behandelt werden soll. Müller: „Das ist ein Skandal. Die Ladungsfristen und Termine werden eingehalten. Aber die Informationen zu Themen fehlen. “.

Szenarien, die auch die Ratsleute Martina Hollingworth (U.W.E) und Stefan Mertins (FDP) nur zu gut kennen. „Gerade haben wir erfahren, dass es eine Umfrage im Kindergarten gegeben hat, um den künftigen Bedarf an Nachmittagsplätzen zu erfahren. Wir Ratsleute wussten davon nichts. Das hat die Verwaltung mit dem Bürgermeister scheinbar alleine abgemacht“, sagt Mertins. „Wir müssen hinter allem hinterherlaufen. Wir werden in der Information so beschnitten, dass man sich fragen sollte, wofür wir überhaupt Ausschüsse haben.“

Der Angeklagte, Bürgermeister Breyer, weist alle Vorwürfe von sich: „Diese Probleme sind für mich vollkommen neu. Das ist überhaupt nicht meine Art, ich bemühe mich, breit zu informieren“, betont der Christdemokrat. „Von meiner Seite wird nichts zurück gehalten, was andere wissen müssen.“

Seit der Kommunalwahl im September 2011 bekommt die CDU (acht Sitze) in Wriedel ungewohnt viel Gegenwind. Denn mit UWE (ein Sitz) und FDP (ein Sitz) sind zwei neue Parteien in den Rat eingezogen, die mit der SPD (drei Sitze) eine Gruppe gebildet haben.

Von Wiebke Brütt

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