Betreiber Jörg Helms zieht sich nach elf Jahren zurück / Gemeinde Ebstorf sucht neuen Pächter

Camping-Platz ohne Herren

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Wer in der kommenden Saison den Betrieb des Ebstorfer Campingplatzes am Waldbad übernimmt, ist noch unklar.

Ebstorf. Die Zukunft des Ebstorfer Campingplatzes ist ungewiss: Denn Pächter Jörg Helms streicht nach elf Jahren die Segel. Der genaue Termin steht noch nicht, aber, dass er aufhören möchte, ist klar – aus rein privaten Gründen, wie er betont.

Seit dem 11. April 2003 ist der 49-jährige Ebstorfer der Herr über die 2,5 Hektar große Fläche direkt am Waldrand, auf der laut Urlaubsregion Ebstorf 30 Prozent der Jahresübernachtungen generiert werden – ein touristisches Pfund, dessen künftige Ausrichtung noch unsicher ist. Denn einen Interessenten für eine Nachfolge gebe es zwar, dessen Ambitionen seien jedoch noch nicht im einzelnen besprochen, erklärt Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf gestern auf Nachfrage der AZ: „Der Bürgermeister und ich werden und mit dem potenziellen Betreiber zusammensetzen und uns über seine Pläne informieren“, sagt Oelstorf. Denn die Gemeinde ist Eigentümer des Areals in unmittelbarer Nähe von Kloster und Schwimmbad Waldemar, Helms hat die Fläche noch für zehn Jahre gepachtet. „Wir versuchen, da eine einvernehmliche Lösung zu finden“, betont Oelstorf. Was Helms in den elf Jahren, in denen er die Fäden auf dem Campingplatz in den Händen hatte, geleistet hat, rechnet ihm der Verwaltungschef hoch an: Helms habe den Platz zu dem gemacht, was er heute ist – ein 3,5-Sterne Platz. Ein neues Sanitärgebäude wurde gebaut, die Anlage entrümpelt und modernisiert. Ein wenig Wehmut schwingt für Helms darum schon mit: „Ich höre auf“, sagt er mit fester Stimme. Eigentlich wollte er den Platz bis zum Rentenalter führen, aber „manchmal ändern sich Dinge und da muss man Prioritäten setzen. Wer neuer Betreiber wird, entscheide ich mit – er muss hier ja auch hinpassen.“

Dem Nachfolger will er ein bestelltes Feld hinterlassen: Buchungen für den Sommer wurden bereits angenommen und neben den anderen Vorbereitungen für die Saison, stellt er sich auf seinen Abschied ein.

„Hier sind immer Gäste.“ Rund 30 Dauercamper zählt Helms auf dem Gelände mit 100 Stellplätzen. „Die Zahl ist schwankend“, sagt er. Die Gäste kommen von überall her. „Aus Neuseeland, Amerika, Australien, Österreich, Rumänien, Großbritannien“, zählt er mit einer weit ausladenden Bewegung auf. Wenn die Gäste aus Übersee kommen, seien sie meistens mit dem Wohnmobil unterwegs. Die meisten Gäste kommen spontan, ohne vorherige Anmeldung auf den Platz. „40 Prozent der Besucher melden sich vorher an“, sagt er. Schon jetzt liegen ihm Anmeldungen für die Sommersaison vor. „Alle, die einmal Station hier gemacht haben, sind vom Platz und dem Ort begeistert“, sagt der 49-Jährige. Auch Fabian und Tina Stegmann aus Hameln kommen gerne nach Ebstorf. „Seit acht Jahren sind wir mehrmals im Jahr in Ebstorf“, erzählen die beiden. Es sei ein überschaubarer Platz, ein schöner Spielplatz, auf dem sich die drei Kinder des Paares richtig austoben können.

Die Familie kennt Campingplätze im ganzen Bundesgebiet: „Man sieht schon am Eingangstor, ,wie der Wind weht’“. Die Stegmanns bedauern die Entscheidung von Helms, können sie aber verstehen. „Jörg ist im Laufe der Jahre ein guter Freund geworden.“

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