Tausende Biker und Besucher kamen noch einmal zum Motorradtreffen Vinstedt

Burnout zum Abschied

Bitte recht freundlich: Dass Rocker finstere Typen sein sollen, konnten die Besucher in Vinstedt wirklich nicht nachvollziehen.

Vinstedt. Rauchschwaden stehen über dem sonst eher verschlafenen Ort Vinstedt. Es knallt, röhrt und stinkt.

Drei Tage im Jahr steht der 150 Einwohner große Ort im Mittelpunkt des Geschehens, der MC Brenner 83 veranstaltet sein traditionelles Motorradtreffen – voraussichtlich zum letzten Mal in dieser Form. Aus allen Teilen Deutschlands und Europas reisen Biker an, um gemeinsam mit den „Brennern“ zu feiern. Am Freitagabend ist der Platz mit tausenden von Besuchern gefüllt, die sich die heiße Show der Rammstein-Coverband „Feuerengel“ ansehen wollen. Da brennt nicht nur die Musik auf der Bühne. Musiker und Pyrotechniker geben alles für eine unglaubliche Show.

Impressionen vom Freitag

Der letzte Burnout (Freitag)

Auf dem Zeltplatz ist ein Dorf neben dem Dorf entstanden. Dort haben auch die „Rottis“ MC Suderburg ihr Lager aufgeschlagen. Mit insgesamt 14 Leuten sind sie nach Vinstedt gekommen. Der Jüngste von ihnen ist Marko (12), er ist schon zum dritten Mal mit dabei und fühlt sich offensichtlich wohl. Die „Rottis“ finden es „sehr schade, aber ok“, dass das Treffen in Vinstedt letztmalig in dieser Form stattfindet. „Wir kommen gerne her, vor allem, weil es so dicht am Zuhause ist.“ Daher ist die Laune auch bestens und „alles primstens“.

Impressionen vom Samstag

Der letzte Burnout (Samstag)

Auch die Interessengemeinschaft Asser Wölfe ist mit Sack und Pack nach Vinstedt gekommen. Sie sind zum vierten oder fünften Male dabei, wissen, dass es dort „einfach klasse“ ist und sind nicht begeistert, dass sich für diese Veranstaltung künftig einiges ändern wird, betonen sie. „Wir werden noch zu Tode verwaltet“, schimpfen die Asser Wölfe. Der kleine Dave (7) lässt sich davon nicht beeindrucken, er staunt, was es auf dem Platz alles zu sehen gibt. Ein kleines Motorrad hat es ihm besonders angetan.

Am späten Sonnabendnachmittag füllt sich der Festplatz langsam und im „Käfig“ herrscht Hochbetrieb. Immer wieder röhren die Motoren auf und Reifen werden abgebrannt. Ein Spektakel für jeden Besucher. Auch Eike Römer (17) aus Ebstorf ist begeistert. Er ist seit kurzem als junger Mann bei den Brennern. Zurzeit ist er „ein Mann für alle Fälle“. Kurierdienste, Eingangskontrollen, beim Reifenaufziehen – und überall dort, wo eine Hand gebraucht wird – packt er mit an. Seine Eltern waren von seinem Wunsch, irgendwann ein „Brenner“ zu werden, überrascht, haben dann aber eingewilligt.

Wenig zu tun hatte bis zu dahin die DRK-Bereitschaft aus Bad Bevensen, nur eine Behandlung wegen eines Wespenstichs. „Der Mann war allergisch, daher haben wir ihn zur Abklärung ins Krankenhaus gebracht.“ Sie loben die gute Zusammenarbeit mit dem Veranstalter. Die Freiwillige Feuerwehr Vinstedt hat sich Verstärkung aus Melzingen geholt. Sie regeln den Verkehr rund um den Festplatz. Ortsbrandmeister Torsten Kruggel-Schmedt: „Wir sind mit 24 Leuten im Dienst, für uns ist es eine ruhige Veranstaltung.“ Brennerpräsident Heiko Senking ist zufrieden, aber auch wehmütig. „Es ist schade, dass wir das Treffen in dieser Form in Zukunft nicht mehr machen können. Die Auflagen sind einfach zu groß, außerdem müssen wir auch die immensen Kosten im Auge behalten.“ Aber er freut sich, dass bis zu 7000 Menschen nach Vinstedt gekommen sind.

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Von Meike Bornemann

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