Auf den Spuren des Grafen Dracula: Das Jahrmarkttheater startet finster in eine neue Sommersaison

Das Böse zieht in Wettenbostel ein

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Eine blutrünstige Gestalt“ ist Dracula im neuesten Stück des Wettenbosteler Jahrmarkttheaters. Seine Geschichte, meint Regisseur Thomas Matschoss, sei demnach kein „harmloses Nachmittagsprogramm“.

Wettenbostel. Finster geht es diesen Sommer in einer kleinen Ortschaft im äußersten Westen des Landkreises zu: Graf Dracula – die Inkarnation des Bösen – zieht ab August auf dem Hof Krewet in Wettenbostel ein.

Denn dort startet das Jahrmarkttheater mit einem Schauspiel zum legendären Bestseller von Bram Stoker in seine sechste Freiluftsaison.

Das neueste Stück von Thomas Matschoss erzählt die Geschichte des Grafen Dracula – die des kompromisslosen Blutsaugers, nicht des umschwärmten Teenie-Helden, wie er betont. „Vampirgeschichten sind seit einigen Jahren ja sehr angesagt“, beobachtet Matschoss mit Blick auf die Erfolge der amerikanischen Twilight-Tetralogie. Der Vampir aber, der in Wettenbostel sein Unwesen treibt, sei eine „blutrünstige Gestalt“, seine Geschichte demnach kein Stoff für „harmloses Nachmittagsprogramm“.

Zum Inhalt: Das Schauspiel erzählt von der Reise des Grafen Dracula von Transsylvanien bis nach London, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die „aufgeklärte“ Zeit. Unerschrockene Kämpfer geben alles darum, den mysteriösen Blutsauger zu besiegen und gehen dabei auch der grundsätzlichen Frage nach, wie „das Böse“ eigentlich entsteht.

Geschauspielert wird, wie schon aus den vergangenen Jahren gewohnt, nicht auf einer feststehenden Bühne, sondern open air auf dem Gelände rund um den Hof Krewet in Wettenbostel.

Übrigens: Regisseur Thomas Matschoss, der bereits auf den großen Bühnen Hamburgs inszenierte, hat den Kreis Uelzen vor circa sieben Jahren für sich entdeckt – privat als auch beruflich. Was das Schauspiel auf dem Land in seinen Augen ausmacht? Eine besonders enge Verbindung zwischen Darstellern und Zuschauern, die er sonst auch aus dem Bühnenspiel für Kinder kenne. „Wie Kindertheater für Erwachsene“, zieht Matschoss einen Vergleich. Aber unabhängig dessen: Wenn man sich auf die Geschichte einließe, ist er überzeugt, „dann ist es egal, ob man mit mehr Autos um sich herum lebt oder mit mehr Grün“.

Im Programm des Jahrmarkttheaters sind, neben bewährten Klassikern, in diesem Jahr erstmals auch zwei Gastspiele in Wettenbostel dabei: Die Freie Bühne Wendland inszeniert die skurrile Liebesgeschichte „Emmas Glück“ und jungen Theater-Fans erzählen Christina Heitfeld und Anna Sinkemat die Piratengeschichte vom kleinen Pit in einer szenischen Lesung mit Musik.

Karten gibt es unter der Telefonnummer (0 58 07) 97 99 61, über karten@jahrmarkttheater.de sowie bei allen Vorverkaufsstellen.

Von Anna Petersen

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