Beirat nur halbherzig dabei?

Seit Februar 2009 stehen die Türen des Ebstorfer Mehrgenerationenhauses (MGH) offen – inzwischen hält sich der MGH-Beirat aus Organisation und Kontakaufbau weitestgehend raus.

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. Im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Ebstorf läuft es nicht rund. Zumindest nicht, was die Zusammenarbeit mit der Gemeinde betrifft. Am Dienstag war das Haus Thema im Ausschuss für Familie, Freizeit und Kultur (FFK) des Klosterfleckens – das einmütige Urteil der Politiker: Vor allem in Sachen MGH-Beirat muss sich etwas ändern.

„Mal nüchtern bilanziert, den Beirat gibt es momentan nicht“, brachte Gemeindedirektor Torsten Wendt die Problematik auf den Punkt. Das Gremium, dass aus dem FFK-Vorsitzenden, einem Verwaltungsmitarbeiter, einem Vertreter der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft, einer Person aus dem öffentlichen Schulwesen und einem Vertreter des Diakonischen Werkes besteht, wurde bei der Gründung des MGH eingerichtet. Die fünf Mitglieder sollten der MGH-Koordinatorin, also Sozialpädagogin Carolin Kühnelt, bei der Programmentwicklung und vor allem der Kontaktpflege zur Seite stehen.

Momentan halten sich die Berater aber bedeckt. Geplante Sitzungen des Gremiums seien mangels Beteiligung ausgefallen, einige Mitglieder haben bereits ihre Mitarbeit beendet. „Zu Beginn hat sich der Beirat zusammengesetzt. Jetzt, wo das MGH läuft, haben sie sich zurückgezogen“, berichtete Sachbearbeiter Wilhelm Oelstorf.

„Der Beirat hat nie richtig gearbeitet. Da ist einiges schief gelaufen. Keiner hat die Initiative ergriffen“, beklagte Hans Peter Hauschild, der die SPD im Ausschuss vertrat. „Wenn das MGH in Ebstorf verankert sein soll, brauchen wir Ansprechpartner – und zwar aus verschiedenen Bereichen“, brach der Sozialdemokrat dennoch eine Lanze für die Weiterführung der Beiratsarbeit. Denn genau das stand am Dienstag auch zur Diskussion. „Andere Mehrgenerationenhäuser haben keinen Beirat wie unseres. Und dort funktioniert das so“, gab Torsten Wendt zu bedenken.

Beim Ebstorfer Haus ist die Existenz eines solchen beratenden Gremiums im Vertrag mit dem Betreiber festgehalten – und das empfahl der Fleckenausschuss nach differenzierter Diskussion zunächst auch beizubehalten. „Ich denke, wir sollten an diesem Konzept festhalten. Der Beirat müsste sich neu konstituieren und neue Wege gehen“, sagte Heiko Senking (UWE), „der Beirat ist notwendig, um möglichst alle Gruppen mit einzubeziehen.“

Ein negativer Beigeschmack bleibt: Trotz Einladung war die Geschäftsführung des Diakoniewerkes Jerusalem, dem Betreiber des Hauses ist, nicht gekommen. Auch die Mitglieder des Beirates und Carolin Kühnelt ließen sich bei der Ausschuss-Sitzung nicht im Rathaus sehen, obgleich bekannt war, dass das MGH auf der Tagesordnung stand. Arthur Soetbear (CDU) bemängelte darum offen: „Von der Einrichtung ist keiner da. Das zeigt doch auch, dass man vielleicht nur halbherzig dabei ist. So kann es nicht weitergehen.“

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