Bürgermeister datiert Entstehung des Klosterfleckens auf das Jahr 817 statt 880

Beeckens Spurensuche

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Die Schlacht bei Ebbekestorpe galt bisher als Gründungsdatum des Ortes Ebstorf. Ein Stein vor der Klosterkirche erinnert an den Kampf der Christen gegen die Normannen. Uwe Beecken glaubt aber eher Quellen, die von dem Entstehungsjahr 817 sprechen und will 2017 den 1200. Geburtstag des Fleckens feiern.

Ebstorf. 1200 Jahre Klosterflecken Ebstorf – diesen runden Geburtstag möchte Bürgermeister Uwe Beecken 2017 feiern. Damit macht er Ebstorf genau 63 Jahre älter, als die Gemeinde bis jetzt galt.

Denn bisher haben sich Historiker bei der Datierung des Ortes „Ebbekestorpe“ – so wird die Siedlung, die Ebstorfs Keimzelle sein soll, in den Geschichtsbüchern genannt – beim Gründungsdatum des Fleckens auf die große Normannenschlacht um das Jahr 880 bezogen. Ein entsprechender Gedenkstein erinnert vor der Klosterkirche an dieses Gründungsjahr Ebstorfs.

„Oben im Bobenwald gab es aber vorher schon Siedlungen, die irgendwann verlassen wurden“, sagt Beecken und führt zwei Quellen an, die seiner Meinung nach die Entstehung Ebbekestorpes noch vor 880 beweisen. In ihrem Band „Kloster Ebstorf“ von 1938 schreibt Elisabeth Meyer, dass 817 Erzbischof Ebbo von Reims auf seiner Missionswanderung zu den Normannen eine Kapelle auf dem jetzigen Gemeindegebiet erbaut habe: „Die Siedlung, die neben der von ihm gebauten Kapelle entstand, nannte man Ebbekestorpe“, heißt es in Meyers Buch zur Historie des Klosterfleckens. Und noch ein weiterer Geschichtsband bestärkt Beeckens These: K. Heinmüller, der Lehrer in Linden war, nennt in seinem 1924 erschienenen Buch „Heimatgeschichte für Ebstorf und Umgegend“ ebenfalls das Jahr 817.

Wenn es nun nach dem geschichtsbegeisterten Beecken geht, muss die 1200-jährige Geburtsstunde Ebstorfs 2017 gebührend gefeiert werden – am liebsten mit einem Festjahr. „1200 Jahre – 12 Monate: Wir machen jeden Monat eine Aktion“, kündigt Beecken an – allerdings mit Hinweis darauf, dass natürlich der Gemeinderat seinen Ideen noch zustimmen muss. Bereits im kommenden Winterhalbjahr möchte der Bürgermeister in die konkreteren Planungen einsteigen, zuerst mit Fraktionsvorsitzenden und Verwaltungsspitze. In die detailliertere Konzepterstellung sollen dann Vereine, Verbände und Wirtschaftstreibende mit einbezogen werden.

„Ich habe schon den Landeswandertag 2017 nach Ebstorf geholt“, nennt Beecken einen Programmpunkt, der zumindest in seinen Vorstellungen von der „Fete des Jahres“ einen festen Platz hätte. Außerdem schlägt er eine Großveranstaltung gemeinsam mit der Ebstorfer Schützengilde vor, die mit dem Schützenhaus nicht nur über einen 700 Plätze zählenden Veranstaltungsraum verfügt, sondern dem Kloster und Ebstorf aus Tradition verbunden ist. Und dann würde er sich gerne noch einen persönlichen Traum erfüllen: Die Schlacht bei Ebbekestorpe nachstellen. Beecken: „Das wäre eine tolle Sache.“

Von Wiebke Brütt

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