Unterführung in Ebstorf?

Ausbau der Amerikalinie: Klosterflecken fordert maximalen Lärmschutz

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Die Landesstraße 250 zwischen Ebstorf und Uelzen ist stark befahren – damit der Verkehr auch weiterhin fließen kann, ist im Zuge des Ausbaus der sogenannten Amerikalinie an dieser Stelle wohl eine Straßenunterführung geplant.

Ebstorf. Alles blickt auf den Bau eines dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen, wenn der Begriff „Alpha E“ fällt.

Doch das Bahn-Konzept, mit dem mehr Güterverkehr vom Hamburger Hafen ins Hinterland geschafft werden soll, betrifft nicht nur die Orte entlang der Bahnlinie Hamburg-Hannover. Es beinhaltet nämlich auch die Ertüchtigung der sogenannten Amerikalinie. Und davon wird der Klosterflecken Ebstorf deutlich tangiert, sagt Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf.

Auswirkungen werde der Ausbau – die Strecke ist sogar zweigleisig gewidmet und für maximale Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h ausgelegt – vor allem für die Bahnübergänge haben, sagt Oelstorf. „Besonders der Übergang in Richtung Uelzen könnte zum Nadelöhr werden“, meint Ebstorfs Gemeindedirektor. Denn bei zunehmendem Güterverkehr zwischen Uelzen und Langwedel und damit durch Ebstorf hindurch könnten sich dort lange Staus bilden. Wilhelm Oelstorf gibt dabei ein ganz besonderes Problem zu bedenken: „Die Einsatzzeiten von Rettungsfahrzeugen müssen weiterhin gewährleistet werden.“

„Die L 250 wird als Alternative zur B 4 zwischen Uelzen und Lüneburg und als Alternative zur B 71 Uelzen-Soltau vorrangig befahren“, weiß der Gemeindedirektor. Und so sei an dieser Stelle wohl eine Straßenunterführung geplant. Sollte es dazu kommen, müsse die Anbindung der angrenzenden landwirtschaftlichen Betriebe und sonstigen Wohneinheiten berücksichtigt werden, betont Oelstorf.

Zwar werden in Ebstorf nicht allzu viele Anwohner von möglichem Bahnlärm betroffen sein, denn die Amerikalinie verläuft eher am Rande des Klosterfleckens. „Dennoch fordern wir den maximalen aktiven und passiven Lärmschutz“, stellt Wilhelm Oelstorf klar. Dazu zählen die Ebstorfer sowohl moderne Lärmschutzwände als auch Triebfahrzeuge und Waggons mit der sogenannten „Flüstertechnik“ – einer speziellen Radkonstruktion. Eine entsprechende Stellungnahme zum Bundesverkehrswegeplan, in dem das Projekt aufgenommen ist, sei bereits beim Bundesverkehrsministerium eingereicht worden.

Alles in allem sei man in der Ebstorfer Politik der Meinung: „Wir wollen eine Entwicklung, dann muss man sie auch zulassen. Auch vor der eigenen Haustür“, fasst Wilhelm Oelstorf zusammen. Allerdings werde die Ertüchtigung der Amerikalinie „keine Verbesserung für Ebstorf in Sachen Anbindung“ bringen, sagt er. Der Güterverkehr laufe lediglich am Klosterflecken vorbei.

Von Ines Bräutigam

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