Ebstorfer verärgert über Bäume / Bauausschuss sieht keinen Handlungsbedarf

Anwohner fordern Gehör

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Politik und Verwaltung machten sich vor Ort ein Bild vom Zustand der Eiche.

Ebstorf. Eine alte Eiche stößt dem Ehepaar Friedrich und Lilli Munstermann in der Alten Salzstraße im Klosterflecken Ebstorf sauer auf. Seit Jahren pflegen sie den Baum, der direkt an ihr Grundstück grenzt. Ob Laub oder herunterfallende Äste, das Ehepaar kümmert sich darum.

Sie fühlen sich vom Flecken im Stich gelassen. „Das geht schon seit 40 Jahren so, doch nichts passiert. “ Die Munstermanns fordern, dass die Gemeindeverwaltung mehr Verantwortung für die Pflege des Baumes übernimmt. „Wir werden auch älter und schaffen es nicht mehr alleine“, sagt Lilli Munstermann. Immer wieder stellen sich die Anwohner die Frage: „Wohin mit dem Laub?“ Auch die Wildtriebe müssten nach ihrer Ansicht dringend entfernt werden.

Der Bau- und Planungsausschuss des Klosterflecken Ebstorf machte sich am Montagnachmittag selbst ein Bild vom Zustand des Baumes. Ein großer Baum wie dieser müsse zwar intensiv im Auge behalten und gezielt kontrolliert werden, Handlungsbedarf sehe er derzeit jedoch nicht, erklärt Bauamtsleiter Roland Klewwe. In der Regel kontrolliere der Klosterflecken Bäume dieser Größe zweimal pro Jahr.

Auch der Baumbestand auf dem Winkelplatz ist einigen Ebstorfern ein Dorn im Auge. Hier grenzt ein Baum direkt an eine Buchhandlung. SPD-Ratsherr Tekin Aras rät dazu, die „Kirche im Dorf zu lassen“. Themen wie diese müsse die Politik mit „Fingerspitzengefühl und Vorsicht behandeln“. Die Einwohner des Klosterflecken sollten froh sein, solche Bäume zu haben, gibt Fraktionskollege Uwe Heistermann zu bedenken. Viele Bürger seien sich nicht bewusst, dass Bäume die „grüne Lunge“ für Mensch und Umwelt sind. Auch die Vertreter der FBE/U.W.E.-Gruppe und der CDU sehen von einer möglichen Abholzung ab. Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf kündigt an, künftig das Thema Bäume als Geschäft der laufenden Verwaltung zu behandeln, damit der Klosterflecken es „nicht in jedem Ausschuss behandeln muss“. Einstimmig empfiehlt der Ausschuss, die zur Diskussion stehenden Bäume unberührt zu lassen.

Von Melanie Jepsen

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