Hansa-Veteran-Rallye macht Station in Ebstorf / 140 Fahrzeuge locken Besucher

Alte Schätzchen auf neuem Platz

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Ein amerikanischer Buick aus dem Jahr 1923: Das Auto hat noch hölzerner Speichenräder, die an eine Kutsche erinnern.

Ebstorf. Am Sonnabend kurz nach 12 Uhr trafen die ersten chromblitzenden Karossen der 27. ADAC-Hansa-Veteran-Rallye auf dem neuen Ebstorfer Domänenplatz ein. 140 Fahrzeuge rollten vor.

Die überwiegend passend zu den Fahrzeugen gestylten Fahrer freuten sich über die zahlreichen Besucher, öffneten Motorhauben und gaben bereitwillig über Alter und Bauart ihres Oldtimers Auskunft. Sogar Probesitzen wurde manchmal gestattet.

Bereits um 10 Uhr hatte der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge in der Lüneburger Innenstadt den Startschuss für die rund 130 Kilometer lange Rallye gegeben. Die führte von der Hansestadt über die Dörfer nach Ebstorf und wieder zurück. Wolfgang Dittmar war aus Berlin mit seinem Mercedes Benz 170 V Cabrio (Baujahr 1939) angereist. „Ich hatte wohl die weiteste Anreise, aber die Rallye ist sehr gut organisiert und führt durch eine wunderschöne Landschaft.“

Klaus Kutsche aus Hannover war mit seiner Heinkel Kabine bei der Oldtimer-Rallye am Start. Beifahrerin Sylvia Mangler fand die Tour in der engen Kabine erstaunlich bequem.

Klaus Kutsche aus Hannover hatte seinen 9,5 PS-starken Heinkel Kabinenroller (Baujahr 1958) mit drei Rädern auf dem Anhänger zum Startpunkt nach Lüneburg befördert. „Wir stören sonst den normalen Verkehr“, sagte er. Seine Beifahrerin Sylvia Mangler hatte ihren Platz bei einem Preisausschreiben gewonnen. „Ich begeistere mich schon immer für alte Autos, kann sie mir nur nicht leisten.“ Die Fahrt sei erstaunlich bequem gewesen. Unterwegs mussten eine bestimmte Strecke in vorgegebener Zeit zurücklegt und Zahlen gesucht werden. „Es ist ein tolles Erlebnis“, schwärmte sie.

Die Besatzung der NSU-Gespanns 601 TS machte sich von Ebstorf den Rückweg über die Dörfer nach Lüneburg.

Das älteste Fahrzeug war ein Buick (Baujahr 1923) mit 65 PS, 4,2 Litern Hubraum und sechs Zylindern. Die Speichen der Felgen sind ebenso aus Holz wie Trittbrett, Lenkrad und Armaturenbrett. Viele VW Käfer verschiedener Baujahre, die beliebten Bullis und Motorräder waren zu bestaunen. Dr. Claus Ottmüller aus Gifkendorf war mit seiner NSU 601 TS (Baujahr 1928) im Gespannbetrieb mitgefahren. Er hatte das Motorrad in Schrottzustand erworben, zwölf Jahre daran geschraubt und es 1988 wieder auf die Straße gebracht. Es war schwierig, die richtigen Teile zu finden. Teilweise mussten Gussteile in Kleinserien neu gefertigt werden.

Von Monika Buhr

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