Andreas Schmidt ist neue Majestät der Gilde

21-Jähriger wird Schützenkönig in Ebstorf

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Die Schützengilde Ebstorf zog durch den Klosterflecken, um Ehrengäste zum Schützenfest abzuholen.

Ebstorf. Flirrende Hitze bei 30 Grad im Schatten sind noch lange kein Grund, beim Ebstorfer Schützenfest die Kleiderordnung zu lockern.

Einzig die Sonnenbrille war ein zusätzlich erlaubtes Accessoire beim gestrigen Festumzug vor dem traditionellen Königsfrühstück im Schützenhaus. Ins Schwitzen geriet auch der neue Schützenkönig Andreas Schmidt, der erst 21 Jahre alt ist. Er wurde am Abend feierlich proklamiert.

„Das ist eine Ebstorfer Eigenart. Es gibt bei uns keine Anzug-Erleichterung“, erklärte Volkmar Andres, ehemaliger Adjutant der Ebstorfer Schützengilde, mit Blick auf die Hitze. So ein Wetter habe er schon häufiger mitgemacht, aber bei der Kleiderordnung gebe es keine Abstriche. Weil es am Wochenende aber noch heißer werden soll, überlegt die Schützengilde, die Ummärsche am Sonnabend und Sonntag zu verkürzen. Da müsse man der Hitze wahrscheinlich Tribut zollen und auch an die Gesundheit der Teilnehmer an den Umzügen denken, meinte Andres.

Die Fahnengruppe der Ebstorfer Gilde war zum Beispiel seit 7 Uhr morgens im Klosterflecken unterwegs, berichtete Andreas Pehl, Pressewart der Gilde. Nach knapp vier Stunden Marsch durch den Ort sei er schon geschlaucht und freue sich umso mehr auf das Königsfrühstück.

Andreas Schmidt ist der neue Schützenkönig der Gilde.

Beim Königsschießen setzte sich Andreas Schmidt gegen 43 weitere Schützen durch. Der Westerweyher erzielte einen Teiler von 579,9 und bei drei Schuss auf die 100 Meter entfernte Scheibe 29 Ringe. Schmidt ist Teil des Joppenkorps und seit 2012 Mitglied der Ebstorfer Schützengilde. Mit seinen 21 Jahren ist der gelernete Einzelhandelskaufmann der zweitjüngste Schützenkönig in der Geschichte der Gilde. Neuer Jugendkönig wurde Jan-Timo Lobner aus Gerdau mit einem Teiler von 63,3. „Es ist erfreulich, dass wir neben einem jungen Gildehauptmann jetzt auch einen jungen König haben“, sagte Erster Gildeherr Dietrich Zarft. „Das zeigt, dass wir auch bei der Jugend gut ankommen.“ Weil die neue Majestät auch für ein Jahr dem Vorstand angehöre, seien die jungen Schützen künftig noch besser in der Gilde vertreten.

Von Lars Lohmann

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