Neue Zahlen zu erwarteten Verkehrsströmen nach einem Bau der A 39

2500 Fahrzeuge mehr bei Glüsingen

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Wittingen/Ehra. Mehr Verkehrsbelastung in der Wittinger Bahnhofstraße, deutlich weniger Fahrzeuge in Ehra – das sind zwei der Kernaussagen der Fortschreibung einer Verkehrsuntersuchung, deren Ergebnisse die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr jetzt festgestellt hat.

Sie vergleicht darin das heutige Verkehrsaufkommen mit den Prognosedaten für den Fall, dass die A 39 gebaut wird.

Die Autobahn, so die Annahme der Planer, „saugt“ dann den überörtlichen Verkehr ab. Eine besondere Entlastung sieht die Untersuchung, die vom Büro SSP Consult aus Bergisch Gladbach vorgenommen wurde, für den Bereich Ehra vor: Zwischen Ehra und Wolfsburg werde es auf der B 248 große Entlastungen geben. Wurden in der Analyse von 2010 pro Tag noch 6900 Fahrzeuge südlich von Ehra gezählt, so soll diese Zahl im Jahr 2025 nach einem A 39-Bau nur noch bei 900 liegen. „Der Durchgangsverkehr auf diesem Abschnitt wird vollständig auf die A 39 verlagert“, heißt es in der Untersuchung. Allerdings: Die L 289 in westlicher Richtung wird der Prognose zufolge deutlich stärker belastet werden.

Für den Wittinger Bereich wird eine weitgehende Entlastung vorhergesagt. So sollen es auf der L 270 nördlich von Wittingen im „Planfall“ (mit A 39) nur noch 1200 Fahrzeuge pro Tag sein – gegenüber 4500 im Jahr 2010. Deutlich weniger Fahrzeuge sollen auch über die K 29 bei Knesebeck rollen: 500 statt 1900. In der Ohrdorfer Ortsdurchfahrt im Zuge der B 244 soll sich der Verkehr fast halbieren – von 5200 auf 2700 Fahrzeuge in 24 Stunden.

Doch Entlastung ist nicht überall zu erwarten. Im Bereich zwischen Wittingen und der A 39-Anschlussstelle westlich von Glüsingen prognostiziert die Untersuchung vielmehr eine Zunahme des Verkehrs. 4500 Fahrzeuge pro Tag wurden dort 2010 gezählt, 7000 sollen es 2025 im „Planfall“ sein. Dieses höhere Verkehrsaufkommen würde auch die Bahnhofstraße betreffen, an der im Zuge des neuen, verbesserten Regionalbahnkonzeptes noch öfter als heute die Schranken unten sein dürften. Für die Hankensbütteler Ortsdurchfahrt im Zuge der B 244 wird derweil ein Rückgang um 700 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert.

Für die A 39-Planer der Landesbehörde in Lüneburg und Wolfenbüttel sind die errechneten Zukunftswerte wichtige Daten für das Planfeststellungsverfahren zur A 39, wo es unter anderem auch um Verkehrswerte und schalltechnische Parameter geht.

Gegenüber den Daten aus der bisher vorliegenden Verkehrsuntersuchung zeige die Fortschreibung „keine gravierenden Änderungen“, sagte gestern die stellvertretende Leiterin der Lüneburger Straßenbaubehörde, Anette Padberg, auf IK-Anfrage. Direkte Handlungskonsequenzen zur Änderung bisheriger Planungsdetails seien unmittelbar daraus nicht abzuleiten.

Auch für den Verkehr auf der A 39 gibt es aktualisierte Prognosezahlen. Auf dem Abschnitt zwischen der geplanten B 190 n bei Bad Bodenteich und der B 244 bei Glüsingen sollen im Jahr 2025 täglich 24 700 Fahrzeuge rollen, jedes dritte soll ein Lkw sein. Zwischen den beiden Wittinger Anschlussstellen bei Glüsingen und Eutzen werden noch 23 500 Fahrzeuge erwartet, bei einem ähnlichen Lkw-Anteil. Zwischen Eutzen und Ehra werden 25 000 Fahrzeuge prognostiziert.

Von Holger Boden

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